Das ist wohl ein schlechter Witz

Wegen Toleranzaktion: Verwarnung für Vettel

Sebastian Vettel bezog vor dem Ungarn-GP klar Stellung.
Sebastian Vettel bezog vor dem Ungarn-GP klar Stellung.
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01. August 2021 - 20:10 Uhr

Vettel geht auf Konfrontationskurs

Sebastian Vettel hat nach dem Großen Preis von Ungarn eine Verwarnung erhalten. Wofür? Der viermalige Weltmeister setzte vor dem Rennstart ein Zeichen. Für Vielfalt. Für Toleranz. Gegen Rassismus und Diskriminierung. Die Regenbogenfahne schmückte sein Shirt, seine Maske, seinen Helm. Das Traurige? Für die Formel 1 offenbar ein Problem.

"Ich würde es wieder tun"

Dass er unmittelbar vor dem Rennen bei der ungarischen Hymne ein T-Shirt trug mit der Aufschrift "Same Love", hat nun Konsequenzen. Er bekam eine Verwarnung abseits der Strecke, die zusammen mit zwei weiteren Verwarnungen für Fehlverhalten auf der Strecke auch zu einer Startplatzstrafe führen kann.

Rennleiter Michael Masi erklärte, dass den Piloten die Möglichkeit gegeben sei, vor dem Start die Unterstützung für die offizielle Formel-1-Kampagne "We race as one" zu zeigen. Die Hymne des Gastgeberlandes solle aber respektiert werden, indem die Fahrer ihre Rennanzüge tragen würden, betonte Masi. Und Vettel? Den juckt's nicht. Bereits vor der Anhörung war der Aston-Martin-Pilot auf Konfrontationskurs gegangen. "Ich bin froh, wenn sie mich disqualifizieren. Ich bin froh, wenn sie mit mir machen können, was sie wollen, es ist mir egal. Ich würde es wieder tun", hatte Vettel am Sky-Mikro gesagt.

Beschämend für Ungarn

Es sei "ein kleines Zeichen der Unterstützung", betonte Vettel. Schade sei es, dass es nach wie vor Problem damit gebe. Wie Lewis Hamilton hatte Vettel bereits Tage zuvor zu dem geplanten Referendum gegen Rechte nicht-heterosexueller Menschen (LGBT) in Ungarn deutlich Stellung bezogen. "Es ist beschämend für das Land", so der viermalige Weltmeister. Er könne nicht verstehen, warum die Regierung so damit kämpfe, dass die Menschen einfach frei leben wollen.

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