Weltmeister-Torwart von 1974 positioniert sich gegen Bayern

Wegen Neuer-Interview - Legende Sepp Maier: "Ich verstehe die ganze Aufregung nicht"

ARCHIV - 31.07.2016, Nordrhein-Westfalen, Dortmund: Fußball: Eröffnung Sonderaustellung im Deutschen Fußballmuseum 50 Jahre Wembley. WM-Teilnehmer Sepp Maier sitzt vor der Eröffnung im Publikum. Der frühere Weltklasse-Torhüter Sepp Maier würde Manuel
Sepp Maier würde Manuel Neuer einen Bayern-Vertrag bis 2025 geben
mjh gfh, dpa, Maja Hitij

Das Thema Manuel Neuer (36) und sein Zündstoff-Interview schlägt weiter hohe Wellen!

Jetzt hat sich auch Bayern-Legende Sepp Maier zum Interview, welches der verletzte Bayern-Star (Schienbeinbruch) am Samstag der „SZ“ gab, geäußert. Seine Aussagen dürften ebenfalls für Diskussionen sorgen.

Er darf das sagen

ARCHIV - 01.09.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: 01.09.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: Fußball: Bundesliga, VfB Stuttgart - Bayern München, 2. Spieltag in der Mercedes-Benz-Arena. Manuel Neuer vom FC Bayern München (r) kommt vor Spielbeginn mit
Toni Tapalovic und Manuel Neuer.
dpa, Matthias Balk

Im Gespräch mit „Sport1“ erklärte der Ex-Torwart und Weltmeister von 1974: „So eine Reaktion von Manu habe ich erwartet. Er musste dazu seinen Kommentar abgeben. Er ist der Kapitän des FC Bayern und darf doch seine Meinung sagen. Zudem ist er ein enger Freund von Tapalovic. Ich verstehe die ganze Aufregung nicht.“

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Im Interview hatte Neuer gesagt, dass sich die Entlassung seines Torwarttrainers und Vertrauten Toni Tapalovic „wie ein Schlag als er schon am Boden lag“ angefühlt habe und weiter: „Ich hatte das Gefühl, dass mir das Herz herausgerissen wurde. Das war das Brutalste, was ich in meiner Karriere erlebt habe“.

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Worte, die Maier vollkommen verstehen kann und die der Kapitän des Rekordmeisters sowie der Nationalmannschaft auch sagen darf. „Es steht ihm zu. Dafür ist er Kapitän. Ich habe früher auch meine Meinung gesagt, wenn mir etwas nicht gepasst hat. Zwar bin ich nicht so an die Öffentlichkeit gegangen, sondern habe es intern gesagt. Aber Manu hat dem FC Bayern schon so viele Spiele gerettet und immer Top-Leistungen gebracht, da darf er doch seine Enttäuschung zeigen. Das ist menschlich. Wir appellieren immer an die Menschlichkeit und dann verurteilen wir so etwas.“

Über Tapalovic

Auch, dass Tapalovic sich nun schlecht fühlt, kann er absolut verstehen. „Ich habe mit Tapalovic gesprochen und er ist natürlich sehr enttäuscht vom Verein. Warum hat man ihm nichts erklärt? Das verstehe ich nicht und das ist nicht Bayern-like. Diese Trennung hat mich sehr an 2004 bei mir erinnert. Das ist fast identisch mit dem, was sich jetzt gerade beim FC Bayern abspielt. Wir telefonieren ab und zu miteinander oder schicken uns WhatsApp-Nachrichten. Man muss aber auch die Lage der Bayern verstehen. Tapalovic ist traurig und enttäuscht. Das hat er mir gesagt. Vor allem, weil er nicht erfahren hat, warum er gehen musste. Tapalovic hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. In der Sache gibt es nur Verlierer.“

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Und die große Frage: Wer am Ende mehr verliert – die Bayern oder Neuer? (tli)