Haustierboom während Pandemie

Corona-Haustiere landen wieder im Tierheim

Besitzer, die sich während Corona ein Haustier zugelegt haben, könnten nach den Lockerungen überfordert sein - zum Beispiel, weil sie statt im Home-Office wieder im Büro arbeiten.
Besitzer, die sich während Corona ein Haustier zugelegt haben, könnten nach den Lockerungen überfordert sein - zum Beispiel, weil sie statt im Home-Office wieder im Büro arbeiten.
© iStockphoto, elenaleonova

04. Juni 2021 - 7:06 Uhr

Tierschützer fürchten: Besitzer geben Haustiere ans Tierheim ab

Während des Lockdowns haben sich viele ein Haustier zugelegt. Nun sinken die Infektionszahlen und die Kontaktbeschränkungen werden gelockert. Für einige Corona-Vierbeiner bedeutet das den Umzug ins Heim, fürchten Tierschützer.

Auf Katze, Hund und Co. wartet das Tierheim

Tierschützer befürchten in Folge der "extremen Nachfrage nach Haustieren" in Zeiten von Corona eine Abgabewelle in deutschen Tierheimen. "Viele Menschen haben sich womöglich spontan, aus Einsamkeit durch die Kontaktbeschränkungen (...) ein Tier beim Züchter oder schlimmstenfalls über dubiose Internetanzeigen gekauft", sagte Tierschutzbund-Sprecherin Lea Schmitz der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Einige der mehr als 550 Tierheime berichteten bereits jetzt schon von "Corona-Abgaben".

Dabei handelt es sich den Informationen zufolge etwa um Hunde oder Katzen, die in Zeiten hoher Infektionszahlen und strenger Kontaktbeschränkungen angeschafft wurden. "Eine größere Abgabewelle gibt es aber zum Glück noch nicht. Dennoch ist die Sorge groß", sagte Schmitz.

Haustierboom während Pandemie

Die Pandemie hat nach Einschätzung des Deutschen Tierschutzbundes zu einem regelrechten "Haustierboom" geführt. Dabei stützen sich die Tierschützer auf Informationen des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) und des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH). Demnach nahm im Corona-Jahr 2020 die Zahl der Haustiere in deutschen Haushalten im Vorjahresvergleich um knapp eine Million Tiere zu.

Lese-Tipp: Die viele Zeit zu Hause und der Mangel an sozialem Miteinander sind für viele Menschen sehr ungewohnt. Auch der fehlende körperliche Kontakt zu anderen Menschen, etwa durch Umarmungen, kann sich negativ auf unser Immunsystem und unsere psychische Verfassung auswirken. Ein Haustier, insbesondere ein Hund, müsste da doch ideale Abhilfe schaffen, oder? Eine Psychologin schätzt ein, ob das wirklich stimmt.

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Was tun bei Überforderung mit Haustier?

Hundehaltern, die sich mit ihrem Tier überfordert fühlen, empfiehlt die Stiftung Vier Pfoten den Besuch einer Hunde- oder Welpenschule. "Zur Überbrückung voller Arbeitstage können zum Beispiel Hundetagesstätten aushelfen", ergänzte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage. (dpa/esb)

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