Schädliches blaues Licht von PC, Handy & Co.

Was taugen Blaufilter-Brillen?

© Viacheslav Peretiatko (Viacheslav Peretiatko (Photographer) - [None], iStock, Viacheslav Peretiatko

10. April 2019 - 15:08 Uhr

Den ganzen Tag blaues Licht im Dauerfeuer

Smartphone, PC, Laptop, Tablet - die Musik spielt heute auf diversen Monitoren. Und das bei vielen sowohl beruflich als auch privat, bis in den späten Abend. Denn auch TV-Geräte haben hohe Blaulichtanteile. Kurz vorm Einschlafen müssen ja auch noch die Mails gecheckt werden. Und das helle blaue Licht der Displays, so heißt es oft, könne zur dauerhaften Schädigung der Netzhaut führen und sei allgemein schädlich. Aber stimmt das überhaupt? Und was taugen Blaufilter-Brillen?

Blaufilter-Brillen sollen helfen

Gegen die schädlichen Folgen der Bildschirm-Guckerei gibt es beim Optiker oder auch für kleineres Geld in Drogerie-Märkten ein Mittel: sogenannte Blaufilter-Brillen. Bei dem Blaufilter handelt es sich um eine Brillenglas-Veredelung, die die Augen vor dem sichtbaren hochenergetischen blauen Licht schützt. Das sogenannte HEV-Licht hat eine Wellenlänge von 400 bis 500 Nanometern und liegt im Lichtspektrum direkt neben der bekannten UV-Strahlung. Und diese Lichtwellenlängen filtert eine Blaufilter-Brille heraus. Aber braucht man die wirklich?

Was sagt der Allgemeinarzt dazu?

Mediziner Dr. Christoph Specht erklärt uns: "Blaues Licht ist morgens ja durchaus erwünscht, denn es macht uns wach, weil es die Ausschüttung der Hormone Serotonin und Dopamin bewirkt." Und dauerhaften Schaden richtet es nur in sehr seltenen, speziellen Fällen an.

Doch spätestens am Abend wird das blaue Licht zum Problem, denn es hindert den Körper daran, das Schlafhormon Melatonin zu produzieren. Also brauche ich nur abends eine Blaufilter-Brille? "Eine Blaufilter-Brille schadet sicher niemandem", so Dr. Specht, "aber sie ist eher interessant für vor allem ältere Autofahrer, denen das Xenon-Licht der modernen Lichtanlagen zu schaffen macht." Denn alle anderen können ihre Geräte abends auf einen schlafförderlichen Gelbton programmieren.

Fazit: Eine Blaufilter-Brille können Sie sich eigentlich sparen. Es sei denn, sie sind zu bequem, ihre Monitore abends anders einzustellen. Dann ist sie durchaus nützlich.

Blaulicht der Monitore schädlich für die Haut?

An Hautschäden denkt keiner, wenn er mal wieder in die Smartphone-Kamera lächelt. Die Gefahr soll auch hier im blauen Licht lauern, das vom Display flimmert. Was da dran ist, das sehen Sie im Video!