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Vor den Augen der Kinder: Mann soll Ehefrau mit 30 Messerstichen getötet haben

Weil sie ihn verlassen wollte

Vor den Augen der Kinder: Mann soll Ehefrau mit 30 Messerstichen getötet haben

Mann soll Ehefrau mit 30 Messerstichen getötet haben Vor den Augen der Kinder
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Vor den Augen der Kinder
Mann soll Ehefrau mit 30 Messerstichen getötet haben

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Er soll seine Frau vor den Augen der gemeinsamen Kinder mit mindestens 30 Messerstichen getötet haben. Seit Mittwoch (06.07.) steht ein 49-jähriger Mann vor dem Landgericht Kassel. Die Tat ereignete sich im Juli vergangenen Jahres im nordhessischen Bad Arolsen. Die Frau wollte sich anscheinend von ihrem Mann trennen – diese Entscheidung verstand der 49-Jährige wohl als Verletzung seiner Ehre. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, aus niedrigen Beweggründen gehandelt zu haben.

Drohungen und Gewalt vor der Tat

Laut Staatsanwältin Angela Rek habe der Iraker streng nach muslimischen Prinzipien gelebt. Seine 32-jährige Frau hingegen habe einen modernen Lebensstil pflegen wollen und die Trennung gewollt. „Das verstand er als Ehrverletzung.“ Schon vor der Tat habe der Angeklagte seiner Frau mehrfach gedroht sie umzubringen und sei ihr gegenüber gewalttätig geworden. „Circa einen Monat vor der jetzt gegenständigen Tat soll der Angeklagte die Geschädigte mit einem Küchenmesser angegriffen haben, wobei hier durch das beherzte Eingreifen eines Zeugen schlimmeres verhindert worden sein soll“, so Oberstaatsanwalt Stephan Schwirzer im RTL-Interview.

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"Wuchtig und mit voller Tötungsabsicht"

Am 19. Juli vergangenen Jahres soll er die Drohungen dann in der gemeinsamen Wohnung im Landkreis Waldeck-Frankenberg in die Tat umgesetzt haben. Laut Staatsanwältin Rek stach er mit einem Messer mit einer Klingenlänge von bis zu 20 Zentimetern „wuchtig und mit voller Tötungsabsicht“ mindestens 30 Mal auf das Opfer ein - vor den Augen der fünf gemeinsamen Kinder im Alter zwischen einem und elf Jahren.

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Angeklagter könne sich an Tat nicht erinnern

Der Angeklagte schilderte, es sei zuvor beim Einkaufen zu einer Auseinandersetzung zwischen ihm und seiner Frau gekommen. Zu Hause habe sich der Streit fortgesetzt. Er habe immer an seine Frau appelliert, an die gemeinsamen Kinder zu denken, sagte der 49-Jährige. Sie habe geantwortet: „Wer sagt, dass es deine Kinder sind.“ Danach sei er gereizt gewesen. An die Tat selbst könne er sich nicht erinnern. „Ich weiß nicht, was passiert ist. Auf einmal war es vor mir schwarz.“

Für den Prozess sind bis zum 24. August sechs weitere Verhandlungstermine angesetzt.

Jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet

Bei der Tötung einer Frau oder eines Mädchen durch einen Mann, häufig handelt es sich dabei um den Ex-Partner oder den aktuellen Lebensgefährten, spricht man von einem Femizid. 2020 wurden laut BKA 139 Frauen Opfer eines Mordes oder Totschlags innerhalb einer Partnerschaft. Schätzungsweise wird also jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. (dpa/rle/dgö)

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