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Virologe Hendrik Streeck verrät: Würde er sich gegen Corona impfen lassen?

„Ich bin Impf-Fan!“

Streeck bei Markus Lanz: Würde der Virologe sich selbst impfen lassen?

Bei Lanz sprach Hendrik Streeck u. a. über den Impfstoff.
Bei Lanz sprach Hendrik Streeck u. a. über den Impfstoff.
Imago Entertainment

Gesprächsrunde zum Corona-Impfstoff

Die Nachricht von der erstaunlich hohen Wirksamkeit des Impfstoffs von Biontech ist diese Woche in aller Munde. Auch bei Markus Lanz ging es in der Sendung am Dienstagabend größtenteils um den Impfstoff. Ist das die Hoffnung, auf die wir alle gewartet haben? Welche Vor- und Nachteile hat dieser bestimmte Impfstoff, ab wann können wir wirklich auf ihn hoffen? Darüber sprach Top-Virologe Hendrik Streeck – und verriet auch gleich, ob er selbst sich denn mit dem Hoffnungsträger impfen lassen würde.

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Schützt der Impfstoff vor der Infektion oder nur der Erkrankung?

Auch wenn weltweit vor allem Euphorie über die Meldung herrscht, ist Streeck noch vorsichtig. „Es ist erst einmal irre schnell gegangen“, so der Virologe, aber „die Ergebnisse können einen vorsichtig optimistisch stimmen.“ Dennoch gäbe es auch vieles, was wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht wissen. „Wir wissen überhaupt nicht, ob dieser Impfstoff jetzt z. B. vor der Infektion schützt oder vor der Erkrankung schützt. Diese Daten liegen noch gar nicht vor.“ Auch sei bisher nicht bekannt, ob es sich bei den erkrankten Teilnehmern der Studie – und denen, die durch den Impfstoff geschützt wurden – um junge oder alte Menschen handle oder welche Nebenwirkungen auftreten könnten.

„Deshalb ist jetzt auch so wichtig, dass nicht sofort dieser Impfstoff auf die Menschheit losgelassen wird, sondern eben noch weiter gewartet wird“, so Streeck. Man müsse auch sehen, ob auch im nächsten Monat keine Probleme bei den Probanden auftreten würden.

„Wenn es ein funktionierender, sicherer Impfstoff ist, würde ich auch den nehmen.“

Aber würde Hendrik Streeck sich selbst impfen lassen, wenn der Impfstoff nun zugänglich gemacht würde? „Erstmal muss ich sagen, ich bin Impf-Fan“, gibt der Corona-Experte zu. Er sei eigentlich gegen alles geimpft. „Aber was für mich wichtig ist, dann erstmal, wäre zu gucken, wogegen der schützt, schützt der gegen die Erkrankung, oder gegen die Infektion? Das nächste ist, ist überhaupt ein Impfstoff für mich vorhanden? Und die dritte Frage: Ich würde mir das Risikoprofil ganz genau anschauen. Also ich nehme nicht alles, aber wenn es ein funktionierender, sicherer Impfstoff ist, würde ich auch den nehmen.“

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Wie funktioniert der Biontech-Impfstoff?

Bei dem Impfstoff von Biontech handelt es sich um einen RNA-Impfstoff. Dass dieser überhaupt so schnell und so erfolgreich zu einem positiven Ergebnis zu führen scheint, ist bereits ein Vorteil, so Streeck. Aber wie funktioniert diese Technik? Statt Antikörpern werde bei dem RNA-Impfstoff ein Teil der genetischen Bestandteile der Viren verabreicht – „eine bestimmte Domäne des Virus, wo es normalerweise an die Zielzelle andockt“.

„Der Zelle wird quasi ein Kochrezept gegeben: ‘Produzier diese Proteine mal!’ Und dann macht das die Zelle ganz brav und das wird dann rausgesendet und das erkennt dann das Immunsystem, um eine Abwehr zu machen. Und das ist so geschickt daran, weil man gar nicht selber kompliziert Proteine produzieren muss, sondern man nutzt diese vielen verschiedenen ‘Kochstellen’ im Oberarm, die dann quasi das Protein nachbauen für das Immunsystem.“

Aber: Laut Streeck müssen wir uns noch ein bisschen gedulden, bis der Impfstoff auch in der breiten Masse angekommen sein wird. „Das wird spät bis ins nächste Jahr reichen“, so der Experte.

+++ Wenn der Impfstoff da ist – wie laufen die Impfungen dann ab? +++

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