Feuerwehren im Großeinsatz

Viele Tote nach Unwetter-Drama in NRW: Euskirchen trifft es besonders hart

In Köln sind zwei Menschen im Unwetter ums Leben gekommen.
In Köln sind zwei Menschen im Unwetter ums Leben gekommen.
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15. Juli 2021 - 20:07 Uhr

Die meisten Unwetter-Todesopfer in NRW hat Euskirchen zu beklagen

Das Hochwasser hat in Nordrhein-Westfalen nach ersten Angaben wohl mindestens 24 Menschen das Leben gekostet. Euskirchen, im Süden des Landes, meldete besonders viele Opfer. Laut Polizei konnten noch nicht alle gesichteten Leichen geborgen werden.

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Einsatzkräfte konnten noch nicht alle Leichen in NRW bergen

Wie die Kölner Polizei mitteilte, starben in Euskirchen mindestens 15 Menschen, in Rheinberg wurden drei Tote gefunden und in Köln kamen zwei Menschen in ihren Kellern ums Leben. "Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort und Todesumständen wird die Polizei zum Schutz der Angehörigen nicht veröffentlichen", so die Polizei. Der Opferschutz kümmere sich um die Angehörigen. Inzwischen würden sich 45 Ermittler nur um die Vermisstenfälle und Todesermittlungsverfahren nach dem Unwetter kümmern.

In Euskirchen war die Lage besonders kritisch. "Es finden Menschenrettungen statt", schrieb der Kreis am Morgen auf Facebook. Teilweise bestehe kein Zugang zu den Orten. Auch die Kommunikation in Euskirchen sei weitgehend ausgefallen. Der Feuerwehr-Notruf 112 und die Kreisverwaltung seien nicht zu erreichen. Wegen der Verbindungsprobleme könne der Kreis derzeit nur unregelmäßig informieren.

Notfallseelsorger betreut die Angehörigen

Am späten Mittwochabend hat die Feuerwehr bei Einsätzen in Köln Bocklemünd-Mengenich und in Köln Lövenich zwei Tote in ihren mit Wasser vollgelaufenen Kellern gefunden. Das gaben die Polizei Köln und die Staatsanwaltschaft am Donnerstagmorgen bekannt.

Die Leiche einer 72 Jahre alten Frau entdeckten die Rettungskräfte in Köln um kurz nach 21:30 Uhr in der Unteren Dorfstraße. Der 54-jährige Bewohner eines Einfamilienhauses war kurz vor Mitternacht gefunden worden. Ein Notfallseelsorger betreute die Angehörigen vor Ort. "In beiden Fällen hat die Polizei Ermittlungen zur genauen Todesursache aufgenommen", erklärten die Ermittler.

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Zwei Feuerwehrleute sterben im Unwetter-Einsatz

In Rheinbach bei Bonn wurden am Donnerstag eine Frau leblos auf einer Straße und zwei weitere Tote entdeckt. Ein 52 Jahre alter Feuerwehrmann kollabierte bei einem Unwettereinsatz im sauerländischen Werdohl und starb trotz Reanimationsversuchen. Die Polizei ging von einem internistischen Notfall aus.

Wenige Stunden zuvor war in Altena im Sauerland ein Feuerwehrmann bei der Rettung eines Mannes ertrunken. Der 46-Jährige war nach Angaben der Polizei im Märkischen Kreis nach der erfolgreichen Bergung beim Einsteigen ins Feuerwehrfahrzeug ins Wasser gefallen und abgetrieben. Er wurde tot geborgen.

In Kamen (Kreis Unna) kam ein 77-Jähriger im unter Wasser stehenden Keller seines Hauses ums Leben. In Solingen starb ein 82 Jahre alter Mann nach einem Sturz ebenfalls im überfluteten Hauskeller. (dpa/jar/jgr)