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Vettel zu Putin: "Manche Leute scheinen vom Wahnsinn besessen zu sein"

Appell an Fahrerkollegen

Vettel zu Putin: "Manche Leute scheinen vom Wahnsinn besessen zu sein"

Sebastian Vettel nimmt sich Wladimir Putin verbal zur Brust.
Sebastian Vettel nimmt sich Wladimir Putin verbal zur Brust.
picture alliance

Sebastian Vettel bezieht im Ukraine-Krieg Stellung. Nach seiner Ankündigung, das Formel-1-Rennen in Sotschi wegen der russischen Invasion zu boykottieren , legte der viermalige Weltmeister nach. Und seine Worten haben einen eindeutigen Adressaten: Wladimir Putin.

"Das ist furchtbar"

„Ich wünsche mir, dass es sich einpendelt, aber manche Leute scheinen vom Wahnsinn besessen zu sein. Sie haben, glaube ich, ihre eigene Wahrheit und eigene Realität. Dass dann andere dafür leiden müssen und mit ihrem Leben bestraft werden, das ergibt keinen Sinn“, sagte der Aston-Martin-Pilot am Rande der Testfahrten in Barcelona.

Dass der Konflikt in der Ukraine derart eskaliert, ist für den Formel-1-Star ein Schock. "Wir alle hatten ein Leben, in dem wir ohne Konfrontationen aufgewachsen sind, ohne Kriege. Es gab Ende der 1990er-Jahre mal eine Phase, aber da war ich ehrlicherweise noch ein kleines Kind und habe wenig mitbekommen oder verstanden“, so Vettel. „Das jetzt so mitzuerleben und zu hören, dass Leute an die Front geschickt werden und sich in Lebensgefahr begeben, teilweise schon verstorben sind, das ist furchtbar."

Vettel gegen Sotschi-GP

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"Wir bewegen uns in einer Blase"

Während Vettel klar Stellung bezieht, halten sich die Formel-1-Verantwortlichen noch bedeckt. Eine Absage des Rennens in Sotschi steht offenbar derzeit nicht zur Debatte. Für den 34-Jährigen nicht nachvollziehbar. „Für mich ist die Konsequenz klar. Unter diesen Umständen kann ich nicht verstehen, wie man ein Rennen in Russland haben kann und wie man da zögern kann“, sagte Vettel.

„Ich würde mir wünschen, dass andere das ähnlich sehen und dass auch unser Sport in dieser Hinsicht Stellung bezieht“, betonte er mit Blick auch auf seine Fahrerkollegen. Und schickte mahnende Worte hinterher: „Manchmal bewegen wir uns in unserer Blase und scheren uns nur um Grip und Reifen. Wir dürfen aber nicht vergessen: Wir alle sind Erdenbürger.“