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Versteckte Tempolimits auf deutschen Autobahnen: Das sollten Autofahrerinnen und Autofahrer wissen!

Rasern und Mittelspurschleichern drohen Strafen

Tempolimit: Was ist erlaubt, und was ist verboten?

Tempolimit
Debatte um Tempolimit
deutsche presse agentur

Deutschland ist das einzige europäische Land, in dem es auf Autobahnen kein generelles Tempolimit gibt. Es sei denn, es wird eine Geschwindigkeitsbegrenzung durch Verkehrsschilder vorgegeben. Sonst gibt lediglich eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h. Was aber nicht heißt, dass jeder ungestraft so schnell oder so langsam fahren kann wie er möchte.

Darf ich mit 60 km/h über die Autobahn?

Für alle anderen Straßen innerhalb und außerhalb geschlossener Ortschaften sind die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten festgelegt. Innerorts dürfen Pkw nicht schneller als 50 km/h fahren. Außerorts gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h. Wobei auch hier jeweils Verkehrsschilder andere Vorgaben machen können.

Die Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h auf deutschen Autobahnen ist ein Mythos. Richtig ist: Laut Straßenverkehrsordnung dürfen nur Fahrzeuge auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen unterwegs sein, die bauartbedingt eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h erreichen. Die Grenze für langsames Fahren liegt aber da, „wo andere dadurch mutwillig behindert werden. Dafür kann ein Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro fällig werden“, erklärt der ADAC gegenüber RTL.

Rasern droht bei Unfall Mithaftung

Rasern, die die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h überschreiten, drohen weder Bußgeld noch Punkte in Flensburg. Aber aufgepasst: Kommt es bei dem Tempo zu einem Unfall, kann es laut ADAC zu einer Mithaftung in Höhe von mindestens 20 Prozent führen, wenn der Crash bei Einhaltung der Richtgeschwindigkeit vermieden worden wäre.

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Bußgeld und Punkt in Flensburg für Mittelspurschleicher

Wer kennt sie nicht? Die Mittelspurschleicher auf der Autobahn. Wenn sie gegen das Rechtsfahrgebot verstoßen, müssen sie laut Bußgeldkatalog mit einer Geldstrafe von 80 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Das Rechtsfahrgebot besagt, dass auf Straßen möglichst weit rechts gefahren werden muss. Permanentes Fahren auf der mittleren oder linken Spur ist verboten. Die Polizei geht allerdings selten gegen die Schleicher vor, so dass es ein weit verbreitetes Phänomen ist. Das Problem: Wer die Langsamfahrer rechts überholt, drängelt oder vorschriftswidrig die Lichthupe einsetzt, muss selbst mit Sanktionen rechnen.

Die Ampel steht auf gelb: Vorerst kein Tempolimit

Auf Druck der FDP hat es ein generelles Tempolimit auf deutschen Autobahnen nicht in den Koalitionsvertrag geschafft. „Es gibt ja nicht nur Befürworter, es gibt ja auch Kritiker, und die sagen: Uns stört es, wenn ich eine freie Autobahn habe und dann bei 135 geblitzt werde. Und umgekehrt muss man auch verstehen, dass eine dicht befahrene Autobahn mit einer unbegrenzten Geschwindigkeit ein Risiko darstellen kann“, sagte Verkehrsminister Volker Wissing erst vor wenigen Tagen beim „Handelsblatt“-Energiegipfel in Berlin. Eine intelligente Steuerung sei besser als ein „hartes, analoges Verbot“, weil man damit auch Maßnahmen zur CO2-Einsparung viel besser einbauen könne.

Klimaschutz: Was bringt ein Tempolimit?

Dass es auf deutschen Autobahnen vorerst kein Tempolimit geben wird, stößt bei vielen Umweltschützern auf großes Unverständnis. Denn laut Deutscher Umwelthilfe ließen sich damit bis zu 8 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr einsparen. Konkret fordert die Organisation ein Tempolimit auf Autobahnen von 100 km/h tagsüber und 120 km/h nachts. Zudem solle in allen Städten generell Tempo 30 und auf allen Straßen außerorts Tempo 80 eingeführt werden. (DUH, mmü)