Stimmen zum Chaos-Rennen in Dschidda

Verstappen-Hamilton-Clinch: Alles nur ein großes Missverständnis?

Wer hat wo was falsch gemacht? Das ist hier die Frage
Wer hat wo was falsch gemacht? Das ist hier die Frage
© Imago Sportfotodienst

06. Dezember 2021 - 0:57 Uhr

"Verstappen hat den Bremsdruck nicht verändert" vs. "er ist ziemlich hart auf die Bremse gestiegen"

Der Große Preis von Saudi-Arabien dürfte als spektakulärste Streckenpremiere in die Geschichtsbücher der Formel 1 eingehen. Dabei gab es neben etlichen Rennunterbrechungen auch einige schäbige Nummern – insbesondere das fragwürdige Ausbremsmanöver von Max Verstappen, der sich am Ende eines langen Rennabends seinem WM-Rivalen Lewis Hamilton beugen musste und vor dem letzten Saisonrennen nun punktemäßig gleichauf mit dem Mercedes-Piloten ist. Hamilton und Verstappen waren für Sonntagabend zwar noch einmal bei den Rennkommissaren vorgeladen worden. Um kurz nach Mitternacht dann die Entscheidung: Es gibt lediglich eine 10-Sekundenstrafe für den Red-Bull-Piloten, der damit Platz 2 behält. Einer Schuld Verstappens bei der vieldiskutierten Aktion ist man sich bei Red Bull jedenfalls nicht bewusst. Das sieht Lewis Hamilton natürlich anders. Für Toto Wolff könnte es auch alles ein simples Missverständnis sein. Alle Stimmen zum Chaos-Rennen von Dschidda.

Lewis Hamilton (Platz 1):

"Ich fahre schon lange Rennen, aber das war unheimlich hart heute. Ich wollte so gefühlvoll und hart wie möglich sein – und im sauberen Bereich bleiben. Wir haben als Team immer weitergemacht, ich bin unglaublich stolz. Wir haben einen unglaublichen Job abgeliefert. Valtteri (Bottas (Anm.d.Red.) auch."

Zur Kollision mit Verstappen: "Er ist ziemlich hart auf die Bremse gestiegen, dann bin ich ihm hinten draufgefahren. Das war ziemlich verwirrend. Ich weiß nicht, was da passiert ist."

Max Verstappen (Platz 2):

"Es war recht ereignisreich. Viele Dinge sind passiert, mit denen ich nicht einverstanden bin. Ich habe auf dem Asphalt alles gegeben. Ich bin mir nicht sicher, ob die Reifen halten würden."

Zur Kollision mit Hamilton: "Ich bin langsamer gefahren, dann nach rechts, er sollte überholen, dann haben wir uns berührt. Ich verstehe nicht, was da passiert ist."

Warum er früher vom Podium heruntergegangen ist: "Weil kein Champagner dabei war, das hat keinen Spaß gemacht."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef):

"Ich muss mir das morgen in Ruhe anschauen. Es war alles sehr wild. Sehr hartes Racing. Vielleicht zu hart. Wir werden uns die Telemetriedaten angucken. Ich will nicht zu weit über Tor schießen jetzt, ich muss mir das in Ruhe anschauen. Erst bremst Verstappen, dann bremst er noch mehr, und Lewis hat sich erschreckt. Vielleicht ist auch alles ein totales Missverständnis. Aber Lewis wusste nicht, dass er vorbei soll. Die Stewards haben einen richtig schweren Job. Mal gucken, wie sie entscheiden. Das wird bestimmt noch Diskussionen geben. Das war alles auf der roten Linie. Aber wir wollen, dass die Saison fair zu Ende geht. Wie auch immer es ausgeht, ich bin im Frieden, solange es sauber zu Ende geht."

Helmut Marko (Motorsportberater Red Bull):

"Dieser sogenannte Breaktest, den Hamilton erwähnt hat, können wir widerlegen. Hamilton hat sich einfach verschätzt. Hamiltons Crash hat zwei tiefe Cuts in die Reifen gebracht, sodass wir nicht mehr richtig fahren konnten. Verstappen ist kein Kind von Traurigkeit, aber Hamilton hat Verstappen von der Strecke gedrängt. Das werden sich die Stewards alles angucken. Wir holen jetzt die Daten. Verstappen hat den Bremsdruck nicht verändert." (mli)