Ungewöhnliche Bitte der Polizei im Fall der Vermissten Rebecca Reusch

Bernd Reusch: Ich sollte meinen Schwiegersohn überführen

27. Dezember 2019 - 11:13 Uhr

Bernd Reusch glaubte immer an die Unschuld von Schwiegersohn Florian R.

Vor zehn Monaten verschwand Rebecca Reusch aus Berlin spurlos. Polizeiliche Ermittlungen, privat organisierte Suchaktionen - nichts führte bisher zum Erfolg. Wie Rebeccas Vater, Bernd Reusch, jetzt im Interview mit RTL verrät, sollte er damals seinen unter Mordverdacht stehenden Schwiegersohn überführen. Und das, obwohl er nie an die Schuld von Florian R. geglaubt hatte.

Vermisste Rebecca Reusch: Eltern Bernd und Brigitte wurden ins Polizeipräsidium bestellt

Ein komisches Gefühl sei es schon gewesen, als ihn die Polizei damit konfrontiert habe. Bernd Reusch und seine Frau Brigitte seien ins Polizeipräsidium bestellt worden. Dort habe man ihnen gesagt, ihr Schwiegersohn sei für den Mord an ihrer Tochter Rebecca verantwortlich. Zuerst ein Schock. So richtig habe Bernd Reusch aber nicht daran geglaubt. Dann sollte er seinen Schwiegersohn überführen.

"Wo wir zur Polizei geholt wurden und wo uns gesagt wurde, der Florian wars. Da war man natürlich erst einmal geschockt. Da wurde uns gesagt, dass er schweigt und dass ich ihn direkt ansprechen soll, dass er die Leiche rausrücken soll und wir wollen unsere Tochter in Würde begraben. Und das habe ich gemacht. Aber eigentlich habe ich das nicht geglaubt", so der Familienvater. Florian R. schweigt zu allen Vorwürfen. Die Familie glaubt an seine Unschuld.

Rebecca Reusch wird seit dem 18. Februar vermisst.
Rebecca Reusch wird seit dem 18. Februar vermisst.
© privat

Rebecca Reuschs Verschwinden

Es ist der 18. Februar 2019, Rebecca hatte bei ihrer Schwester und deren Ehemann Florian R. übernachtet. Nicht ungewöhnlich, wie die Familie später berichtete. Eigentlich hätte die damals 15-jährige Schülerin an diesem Montagmorgen zur Schule gehen sollen. Doch dort kam sie offenbar nie an. Doch das fiel erst am Nachmittag auf, weil alle Familienmitglieder davon ausgingen, "Becci" sei im Unterricht. Erst später, als sie Schülerin ihr Handy nicht einschaltet, macht sich Mutter Brigitte Sorgen und erkundigt sich in der Schule über den Verbleib ihrer Tochter. Dort soll sie aber an dem Tag nicht aufgetaucht sein. Sie verständigt die Polizei. Rebecca ist einfach so weg. Das Martyrium der Familie Reusch beginnt.

Familie und Freunde organisieren Suchaktionen über das Internet, sie versuchen alles, um ihre Rebecca wiederzufinden. Tage später gibt es dann angeblich erste Hinweise: Rebeccas Schwager, in dessen Haus sie vor dem Tag ihres Verschwindens übernachtet hatte, soll das Mädchen ermordet haben. Florian R. wird festgenommen. Verdächtige Autofahrten am Tag von Rebeccas Verschwinden und Haare im Kofferraum sollen der Grund dafür sein. Wie sich im November herausstellte, gehörten die Haare nicht der vermissten Rebecca.

Bernd Reusch: „Er hat sie nicht“

Ein Indiz, das für die Theorie von Familie Reusch spricht. Denn seit Beginn der Ermittlungen ist sie sich einig: Schwager Florian R. hat nichts mit Rebeccas Verschwinden zu tun. Im Interview betont Bernd Reusch ein Vertrauen zu seinem Schwiegersohn noch einmal: "Wir haben das geklärt. Er hat mir erzählt, was war. Eben, dass das nichts war in der Art. Ich glaube ihm. Er hat sie nicht. Er hat damit nichts zu tun."

Eine Chronik zum Fall Rebecca zeigen wir in der großen RTL-Doku bei TVNOW.