Polizei geht von einem Verbrechen aus

Schwager festgenommen: Kann Rebecca (15) noch leben?

01. März 2019 - 17:46 Uhr

Die Ermittler gehen von einem Verbrechen aus

Die 15-jährige Rebecca Reusch aus Berlin wird seit elf Tagen vermisst. Das Mädchen hätte am 18. Februar um 9:50 Uhr zum Unterricht in der Schule sein müssen. Dort kam sie aber nie an. Ihre Eltern waren sich von Anfang an sicher, dass ihre Tochter nicht weggelaufen ist. Auch die Polizei geht inzwischen davon aus, dass die Schülerin Opfer eines Verbrechens wurde. Aber was ist mit Rebecca passiert, und wie wahrscheinlich ist es, dass der Teenager noch lebt?

Polizei nimmt Verdächtigen fest

Polizeieinsatz im Vermisstenfall Rebecca
Die Spurensicherung nimmt das Haus unter die Lupe, in dem Rebecca zuletzt lebend gesehen wurde. (Foto: RTL)

"Die Wahrscheinlichkeit eine vermisste Person nach diesem Zeitraum noch lebendig zu finden schwindet", erklärte Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Die Ermittler hatten erklärt, dass sich der Verdacht auf eine Straftat erhärtet habe. Diese Formulierung lasse darauf schließen, dass die Polizei neue Hinweise habe, meint Jendro. "Staatsanwaltschaft und Polizei haben deutlich gesagt, dass sie von einem Gewaltdelikt ausgehen. Das heißt wir müssen jetzt auch erstmal das Schlimmste befürchten."

Die Polizei hat inzwischen auch einen Verdächtigen festgenommen. Im Video ist zu sehen, wie der Mann abgeführt wird. Es handelt sich laut "BZ" um den Schwager der 15-Jährigen. Laut Jendro muss der Verdächtige bis Mitternacht einem Haftrichter vorgeführt werden, der dann entscheidet, ob er weiter in Untersuchungshaft kommt oder wieder laufen gelassen wird.

Das Haus von Rebeccas Schwager und ihrer Schwester wird gerade auch von der Polizei durchsucht. Die Polizei rückte mit mehreren Fahrzeugen an. Die Spurensicherung und die Kriminaltechnik sind im Einsatz. Rebecca verbrachte das Wochenende bei ihrer Schwester. An dem Morgen, an dem sie verschwand, kam ihr Schwager angetrunken von einer Betriebsfeier nach Hause. Er kehrte gegen 5:45 Uhr zurück. Rebeccas Handy verband sich zwischen sieben und acht Uhr noch einmal mit dem Router im Haus. Danach verliert sich ihre Spur. Hat der Schwager etwas mit dem Verschwinden der 15-Jährigen zu tun?

Kann Rebecca noch lebend gefunden werden?

Im Moment wird der Verdächtige noch verhört. "Die erste Priorität der Ermittler liegt in einer derartigen Situation darauf, die Vermisste zu finden, und die zweite darauf, ein Geständnis zu erhalten", erklärt der GdP-Sprecher. Die Berliner Polizei wollte noch keine Details zu dem Verdächtigen bekannt geben.

"Natürlich könnte eine längere Zeit des Verschwindens bedeuten, dass sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, dass sie irgendwo festgehalten wird", meint auch Profiler Axel Petermann. Die Frage, ob Rebecca noch lebt, ist nicht ganz einfach zu beantworten. "Das hängt von den Umständen ab, unter denen sie verschwunden ist", meint Petermann. Wenn das Mädchen aus eigenem Antrieb verschwunden sein sollte, stünden die Chancen etwas besser. "Aber jetzt, wo die Polizei gegen Verdächtigen ermittelt, ist auch ein Tötungsdelikt nicht mehr auszuschließen".

Rebeccas Familie hofft natürlich weiterhin, dass das Mädchen lebend gefunden wird. Ihre Eltern und Schwestern hatten in den letzten Tagen mehrere Suchaktionen gestartet, Flugblätter verteilt und auch über Social Media um Hilfe gebeten. Die Familie wird von Notfallseelsorgern betreut. Alle würden sich wünschen, dass das Mädchen plötzlich doch wieder wohlbehalten vor der Tür steht, erklärte der GdP-Sprecher. Aber je mehr Zeit vergeht, desto unwahrscheinlicher wird das. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", sagte Jendro.

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Polizei Berlin bittet weiter um Hinweise

Die Polizei bittet auch immer noch um Hinweise von Zeugen, die Rebecca am Morgen ihres Verschwindens oder in der Zeit danach gesehen haben. Alle Suchmaßnahmen der Polizei blieben bisher ohne Erfolg. Wer Rebecca gesehen hat oder Kontakt zu ihr hatte, wird gebeten, sich unter der Nummer (030) 4664-911 333, per E-Mail an lka113-hinweis@polizei.berlin.de oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.