Österreich

Spiralen-Pfusch! Dutzende Frauen ungeplant schwanger

Weil bei der Produktion eines Verhütungsmittels gepfuscht wurde, brach bei 750 Österreicherinnen eine eingesetzte Spirale ab. Die Folge: Einige wurden Schwanger.
Weil bei der Produktion eines Verhütungsmittels gepfuscht wurde, brach bei 750 Österreicherinnen eine eingesetzte Spirale ab. Die Folge: Einige wurden Schwanger.
© picture alliance / dpa Themendie, Mascha Brichta

02. Juni 2021 - 15:35 Uhr

Spirale bricht ab - zig Frauen klagen

Es ist ein Horrorszenario, das Dutzende Frauen aus Österreich am eigenen Leib erleben mussten. Weil bei der Produktion eines Verhütungsmittels gepfuscht wurde, brach bei hunderten Österreicherinnen eine eingesetzte Spirale ab. Die Folge: Einige wurden schwanger.

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Ungewollt schwanger

Ines K. ist eine davon. Die Österreicherin hat mit "heute.at" gesprochen und berichtet: "Ich ließ mir 2017 eine Kupferspirale einsetzen, war regelmäßig bei der Kontrolle. Einen Monat nach der letzten Untersuchung bei der Gynäkologin bekam ich meine Tage nicht. Ich machte einen Schwangerschaftstest, der positiv ausfiel", sagt die Grafikerin aus der Steiermark dem österreichischen Newsportal. Der Ultraschall lieferte den Beweis: Die Spirale war gebrochen. Jetzt erwartet Ines K. ein Mädchen. "Als ich erfahren habe, dass ich schwanger bin, war ich im ersten Moment geschockt, aber dann habe ich mich gefreut", erzählt sie.

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Spanischer Hersteller pfuschte offenbar bei der Produktion

Ines K. teilt sich dieses Schicksal mit mehreren Frauen. Der Grund liegt bei einem spanischen Verhütungsmittel-Hersteller, der offenbar bei der Produktion gepfuscht hatte. Im vergangenen September warnte das österreichische Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen vor einer möglichen Gefährdung durch Verhütungsspiralen des Herstellers Eurogine S.L. Das Fehlerbild: Brüche der Seitenarme.

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Klage gegen Eurogine

In Zusammenarbeit mit dem Verbraucherschutzverein (VSV) verklagen jetzt 750 betroffene Frauen den spanischen Hersteller auf Schadenersatz, da Eurogine bisher einen Vergleich ablehnte: "Die Höhe wird bei jedem Fall individuell festgelegt, je nachdem, ob etwa eine Abtreibung durchgeführt wurde bzw. wie viele Tage Schmerzen von einem Sachverständigen angerechnet werden. Das können 7.000 Euro, aber auch 15.000 Euro sein", erklärt VSV-Obmann Peter Kolba "heute.at".

Weil das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) laut Kolba zu spät vor dem Materialfehler gewarnt hatte, werden auch Amtshaftungs-Ansprüche gegen die Republik Österreich geltend gemacht.

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