Verfassungsschutz wollte Zschäpe als Informantin anwerben

15. Februar 2016 - 13:48 Uhr

Der Thüringer Verfassungsschutz hat angeblich Ende der 90er Jahre erwogen, die spätere Rechtsterroristin Beate Zschäpe als Informantin anzuwerben. In einer Sitzung des Neonazi-Untersuchungsausschusses im Bundestag zitierte der Unionsobmann Clemens Binninger (CDU) aus der Befragung eines Ex-Verfassungsschützers aus Thüringen. Dieser gab demnach vor etwa einem Jahr zu Protokoll, der Landes-Verfassungsschutz habe eine solche Zusammenarbeit geprüft, wegen Zschäpes Drogenkonsum aber davon abgesehen.

"Das war uns zu wackelig", sagte der Mann laut Befragungsprotokoll im Februar 2012 in einem Gespräch mit der Schäfer-Kommission, die die Arbeit der Thüringer Behörden im Fall NSU untersucht hatte. Binninger sagte, laut dieser Aussage hätten die Verfassungsschützer die Überlegungen wenige Wochen vor dem Abtauchen Zschäpes und ihrer Komplizen 1998 angestellt.