Er hatte die Tat unfreiwillig gestanden

Multimillionär Robert Durst wegen Mords zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt

Robert Durst während des Prozesses in Los Angeles.
Robert Durst während des Prozesses in Los Angeles.
© REUTERS, POOL, /KFM

15. Oktober 2021 - 7:09 Uhr

Verschwinden von Robert Dursts Ehefrau noch immer ungeklärt

Der amerikanische Millionär und Immobilienerbe Robert Durst (78)ist wegen Mordes an einer Freundin vor über 20 Jahren zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Das Strafmaß für den 78-Jährigen verkündete ein Richter am Donnerstag (Ortszeit) in Los Angeles, wie US-Medien berichteten. Der unter anderem an Blasenkrebs erkrankte Durst erschien in einem Rollstuhl sitzend im Gerichtsgebäude.

Susan Berman lag tot in ihrer Wohnung

Die Geschworenen in Los Angeles gelangten am Freitag zu der Überzeugung, dass Durst im Dezember 2000 seine enge Freundin Susan Berman mit einem Schuss in den Hinterkopf tötete. Berman sollte damals zum bis heute ungeklärten Verschwinden von Dursts Ehefrau Kathleen im Jahr 1982 aussagen. Kathleen wurde nie gefunden - und es wurde nie Anklage im Zusammenhang mit ihrem Verschwinden erhoben. Nach dem Urteilsspruch forderte die Familie von Kathleen, dass Durst auch wegen ihres Verschwindens strafrechtlich verfolgt werden sollte.

Susan Berman war in ihrer Wohnung in Los Angeles tot aufgefunden worden. Sie und Durst kannten sich seit Studienzeiten in den 60er-Jahren. Die Anklage erklärte, der Millionär habe Berman aus dem Weg schaffen wollen, weil sie als Zeugin im Fall seiner verschwundenen Ehefrau hätte auftreten können. Robert Durst hat die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen, im November 2018 plädierte er auf "nicht schuldig". Er war im März 2015 in New Orleans festgenommen und nach Kalifornien ausgeliefert worden.

Verbrechen in TV-Doku aus Versehen gestanden

Robert Durst
Der Multimillionär gestand die Tat unfreiwillig bei der Produktion einer TV-Dokumentation.
© REUTERS, POOL New, MB/dn

Die Festnahme erfolgte nur wenige Stunden vor Ausstrahlung des Finales der Fernsehdokumentation "The Jinx: The Life and Deaths of Robert Durst" (Der Unglücksbringer: Das Leben und die Tode des Robert Durst) auf dem US-Sender HBO. Darin hatte Durst in einer Drehpause aus Versehen ein Quasi-Mordgeständnis abgelegt. "Was zum Teufel habe ich getan? Sie alle umgebracht, natürlich", murmelte der Immobilienerbe vor sich hin – offenbar in der Annahme, sein Mikrofon sei ausgeschaltet.

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Robert Durst zerstückelte seinen Nachbarn

In der Dokumentation geht es außerdem um den Tod eines Nachbarn von Robert Durst: 2001 wurden in Texas Leichenteile des Mannes gefunden. Durst hatte ihn im Streit erschossen und seine Leiche zerstückelt. Vor Gericht wurde er aber überraschend vom Mordvorwurf freigesprochen, weil er aus Notwehr gehandelt haben soll. (bst/dpa)