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USA: Junge (4) versehentlich sterilisiert - eigentlich sollte sein Leistenbruch operiert werden

„Falschen Schlauch“ durchgeschnitten: Schlimmer Ärzte-Pfusch in Texas

Statt Leistenbruch-OP: Junge (4) versehentlich STERILISIERT!

Operation
Ein Chirurg hält im OP ein Skalpell in der Hand. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild
deutsche presse agentur

Wie kann so etwas bitte passieren? Bei einer routinemäßigen Leistenbruch-Operation hat eine texanische Ärztin offenbar versehentlich eine partielle Vasektomie vorgenommen. Das Kind ist zeugungsunfähig. Die Familie des betroffenen Vierjährigen verklagt nun das Kinderkrankenhaus.

Wie das US-Nachrichtenportal „today.com“ berichtet, soll die Ärztin ursprünglich eine Leistenbruch-Operation empfohlen haben. Diese dauert in der Regel etwa 30 Minuten. Die OP soll sie dann laparoskopisch, also ohne offenen Schnitt, durchgeführt haben. Über ein 2-D-Modell und eine Übertragung an einem Bildschirm soll die Ärztin dann „den falschen Schlauch“ durchgeschnitten haben, so der Anwalt der Familie, Randy Sorrels. Demnach gehe die Familie nun davon aus, dass R. B., wie der Junge genannt wird, „höchstwahrscheinlich im Leben mit Fruchtbarkeitsproblemen zu kämpfen haben wird.“

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Eltern verklagen Kinderkrankenhaus in Texas

Wie die US-Amerikanische Zeitung „Fort Worth Star-Telegram“ berichtet, reichten die Eltern Anfang Juni Klage gegen das Children’s Hospital und die behandelnde Ärztin ein. "Die emotionalen und psychologischen Auswirkungen, die ein Leben mit diesem Wissen mit sich bringt, sind unfassbar - zunächst für die Eltern und dann für R.B., den Jungen, selbst", heißt es in der Klage. R.B. werde dies bei zukünftigen Liebespartnern ansprechen müssen und womöglich Behandlungen benötigen, wenn er Kinder bekommen will. Die Eltern fordern zwischen 250.000 und einer Millionen Dollar Schadenersatz für die geschätzten Schäden, die medizinischen Kosten sowie psychsiche Behandlung und körperliche Beinträchtigung. (kra)

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