Im ersten Corona-Jahr geboren

US-Studie: In diesen Entwicklungsbereichen schneiden Pandemie-Babys schlechter ab

In gewissen Entwicklungsbereichen kann die Pandemie einen Nachteil für Babys bedeuten, haben US-Forscher festgestellt.
In gewissen Entwicklungsbereichen kann die Pandemie einen Nachteil für Babys bedeuten, haben US-Forscher festgestellt.
© iStockphoto, damircudic

06. Januar 2022 - 13:54 Uhr

Wie stark beeinflusst Corona die kindliche Entwicklung?

Schon vor der Corona-Pandemie war bekannt, dass Säuglinge von Müttern, die während der Schwangerschaft Virusinfektionen haben, ein höheres Risiko für Probleme bei der neurologischen Entwicklung haben. Forschende der US-amerikanischen Columbia-Universität wollten nun herausfinden, ob das auch für Babys gilt, deren Mütter in der Schwangerschaft an Covid-19 erkranken. Die Ergebnisse der Studie, die im Fachmagazin "Jama Pediatrics" veröffentlicht wurden, überraschten sogar die Wissenschaftler selbst.

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Keine Anzeichen für Entwicklungsprobleme durch Corona-Erkrankung der Mutter

Um die Frage näher zu beleuchten, analysierten die Forscher die Entwicklung von 255 Babys, die zwischen März und Dezember 2020 in zwei Krankenhäusern in New York geboren wurden. Fast die Hälfte der an der Studie teilnehmenden Mütter hatte während ihrer Schwangerschaft eine Corona-Infektion, wobei die Krankheitsverläufe meist mild oder sogar asymptomatisch waren.

Mit Hilfe eines Fragebogen sollten die Eltern der Babys in den ersten Monaten nach der Geburt bewerten, wie sich ihr Nachwuchs in den Bereichen Kommunikation, Fein- und Grobmotorik sowie Problemlösung und soziale Fähigkeiten entwickelt. Anschließend werteten die Forscher die Antworten aus. Dabei kamen sie zu einem unerwarteten Ergebnis.

"Wir waren überrascht, absolut kein Anzeichen dafür zu finden, dass der Kontakt mit Covid im Bauch der Mutter mit Defiziten der neurologischen Entwicklung verbunden ist", erklärt Dani Dumitriu, Assistenzprofessorin für Pädiatrie und Psychiatrie an der Columbia University und Co-Autorin der Studie, in einer Pressemitteilung der Universität.

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In diesen Entwicklungsbereichen schneiden Pandemie-Babys schlechter ab

Im zweiten Schritt verglichen die Forschenden die Ergebnisse der Säuglinge ihrer Studie mit 62 Babys, die noch vor der Pandemie in denselben Krankenhäusern geboren wurden. Dabei zeigte sich noch eine weitere Auffälligkeit: Die Werte der während der Pandemie geborenen Kinder waren im Durchschnitt niedriger – besonders in den Bereichen Grobmotorik, Feinmotorik und sozialen Fähigkeiten. Als Grund für das schwachere Ergebnis vermuten die Forscher eine Begleiterscheinung der Pandemie: Stress.

"Die Ergebnisse legen nahe, dass der enorme Stress, den schwangere Mütter in diesen beispiellosen Zeiten empfinden, möglicherweise eine Rolle gespielt hat", erklärt Dr. Dumitriu. Auch die Interaktion mit gestressten Bezugspersonen nach der Geburt sowie der mangelnde Kontakt zu anderen Kindern könnte eine mögliche Erklärung für die schlechteren Ergebnisse sein.

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Forscherin beruhigt: Ergebnisse noch kein Grund zur Sorge

Dennoch sieht die US-Wissenschafterin für werdende Eltern in der Pandemie zunächst keinen Grund zur Beunruhigung durch ihre Studie. "Wir möchten, dass Eltern wissen, dass die Ergebnisse unserer kleinen Studie nicht unbedingt bedeuten, dass diese Generation später im Leben beeinträchtigt ist", so Dumitriu. "Dies ist noch ein sehr frühes Entwicklungsstadium, das noch viele Möglichkeiten bietet, einzugreifen und die Babys auf den richtigen Entwicklungspfad zu bringen." (dhe)

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