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US-Schwestern sterben auf mysteriöser Schweiz-Reise: Deshalb wird zu ihrem Tod nicht ermittelt

US-Schwestern kehrten aus der Schweiz nicht zurück

Susan (40) und Lila (54) sterben auf mysteriöser Reise: Deshalb wird nicht ermittelt

US-Schwestern Schweiz Sterbehilfe
Die US-Schwestern kehrten von ihrer Reise in die Schweiz nicht zurück.
Facebook/Lookingforlilaandsusan

von Sebastian Stöckmann

Im Februar reisen die US-Schwestern Susan F. (40) und Lila A. (54) in die Schweiz, treten ihren Rückflug aber nicht an. Sie werden als vermisst gemeldet, US-Medien berichten über ihr mysteriöses Verschwinden. Rund einen Monat später ist klar: Die Frauen aus dem Bundesstaat Arizona leben nicht mehr . Weshalb es dennoch keine Ermittlungen zu dem Fall gibt, erläutert Michael Lutz, Mediensprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Basel-Land, im Gespräch mit RTL.

Schwestern nahmen Sterbehilfe in Anspruch

"Wir können die beiden Todesfälle bestätigen", sagt Lutz. Da nichts strafrechtlich Relevantes vorgefallen sei, werde die Staatsanwaltschaft in den beiden Fällen aber nicht ermitteln. Die Schwestern hätten Sterbehilfe in Anspruch genommen, erklärt der Sprecher. In der Schweiz ist das legal.

Allerdings müsse jeder außergewöhnliche Todesfall den Behörden gemeldet werden, stellt Lutz klar. Dazu zählten auch alle Fälle, in denen Menschen den sogenannten begleiteten Freitod wählen. "Polizei und Rechtsmediziner überprüfen dann auch vor Ort, ob alles legal abgelaufen ist. Aber wenn keine strafbare Handlung vorliegt, gibt es auch keine strafrechtliche Untersuchung."

Sterbehilfe in der Schweiz: Ermittlungen nur bei Verdacht auf Unstimmigkeiten

Nur wenn der Verdacht auf Unstimmigkeiten bei den Sterbehilfe-Organisationen bestehe, ermittle die Staatsanwaltschaft, erklärt der Sprecher. "Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn der Sterbewillige die Infusionslösung nicht selbst geöffnet hätte." Auch bei den verstorbenen Schwestern aus den USA sei dies überprüft, aber nichts Außergewöhnliches festgestellt worden.

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Amerikanische Schwestern kehren von Schweiz-Reise nicht zurück

Susan F. und Lila A. brachen laut Medienberichten am 5. Februar von Chicago Richtung Zürich auf, das letzte Lebenszeichen von ihnen gab es fünf Tage später. Ihr Rückflug war für den 13. Februar geplant. Als sie am 15. Februar nicht zur Arbeit erschienen, schlugen Familie und Freunde Alarm. Sie nahmen Kontakt zur amerikanischen Botschaft in der Schweiz auf, und die Schwestern wurden als vermisst gemeldet. Am Samstag bestätigte ein US-Diplomat, dass beide tot sind.

Freunde hatten gegenüber US-Medien den Verdacht geäußert, Dritte könnten etwas mit dem Verschwinden von Susan F. und Lila A. zu tun haben. Denn eine Erklärung dafür, dass die Schwestern aus der Schweiz nicht zurückkehrten, hatten sie nicht: Beide führten ein normales Leben und hätten gute Jobs als Ärztin beziehungsweise Krankenschwester, erklärten sie.

Umfeld wohl nicht über Suizid-Absicht informiert

Offenbar wusste niemand von der Suizid-Absicht der Frauen. Das habe ihr Verschwinden so mysteriös erscheinen lassen, glaubt Michael Lutz. "Mutmaßlich haben sie bei ihrer Abreise in den USA ihr Umfeld nicht informiert." Nur deshalb sei es zur Vermisstenmeldung und dem großen Medienecho gekommen. Spekulationen über ein Verbrechen erteilt der Sprecher eine klare Absage: "Sie sind freiwillig aus dem Leben geschieden."

Hilfe bei Suizidgedanken

Haben Sie suizidale Gedanken oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter http://www.telefonseelsorge.de .