Urteil im "Fortnite"-Prozess

Daniel B. aus Hanau verführte Kinder zur Pornographie

16. März 2021 - 18:55 Uhr

Kontaktaufnahme über Fortnite

Es ist ein Gerichtprozess, der Betroffenheit und Schock auslöst. Daniel B. aus Hanau soll von April bis September 2019 von acht Jungen im Alter von 10 bis 13 Jahren pornographische Bilder verlangt haben – im Tausch gegen Gutscheine für das Online-Spiel "Fortnite". Besonders schockierend: Der 26-Jährige absolvierte bis zu seiner Festnahme eine Ausbildung als Erzieher und arbeitete in einem Frankfurter Hort. Unsere Reporter waren bei der Urteilsverkündung dabei.

Drei Jahre und neun Monate Haft

Kennengelernt hat der Angeklagte die Jungen über das Online-Spiel "Fortnite". Er stellte ihnen sogenannte Gutscheincodes für das Spiel in Aussicht, wenn die Jungen ihm als Gegenleistung Fotos und Videos pornographischer Art zusenden. Bereits zum Prozessauftakt am 24. Februar 2021 legte Daniel B. ein Geständnis ab. Er hatte nicht nur Fotos und Videos der Jungen gefordert, sondern wollte einen Jungen auch zum gegenseitigen Sex verleiten. Einige der Jungen sind mittlerweile in psychologischer Behandlung. Das Gericht verurteilte Daniel B. nun zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis. Zwei der Opfer bekommen ihre Therapien bezahlt und jeweils 5000 Euro zugesprochen.

Hilfsangebote für Betroffene

Betroffene Kinder und Jugendliche können sich unter der "Nummer gegen Kummer" 116 111 von montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr kostenlos telefonisch beraten und helfen lassen.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass ein Kind in Ihrem Umfeld Opfer von sexuellem Missbrauch sein könnte oder wenn Sie Beratung, Entlastung oder Unterstützung suchen, könnten Sie sich montags, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr, sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr kostenfrei und anonym an das "Hilfetelefon Sexueller Missbrauch" unter der Nummer 0800 22 55 530 wenden.

Sollten Sie das Gefühl haben, pädophile Neigungen zu besitzen, können Sie sich an das Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden" wenden.