RTL konfrontiert den Veranstalter

Urlauberinnen erleben böse Überraschung bei Ankunft: Ihr gebuchtes Hotel existiert gar nicht!

Das "Som Sona" heißt jetzt "Sol i Vida".  Doch es handelt sich nicht bloß um eine Namensänderung.
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04. September 2020 - 14:41 Uhr

Hotel „Som Dona“ heißt plötzlich „Sol i Vida“

Wir haben RTL-Zuschauer gebeten, uns unter der E-Mail-Adresse Urlaubsretter@rtl.de von ihren Urlaubs-Horrorstorys 2020 zu berichten. Denn seit Beginn der Sommerurlaubssaison erreichen das RTL-Team immer wieder Hilferufe von Urlaubern, die vor geschlossenen Hoteltüren stehen, obwohl sie die Unterkunft ganz normal buchen konnten. Während Simone und Wolfgang Holzmüller oder Janina und Benjamin glücklicherweise noch vor Abreise herausfinden konnten, dass sie in ihrem gebuchten Hotel nicht unterkommen würden, erlebten Yasemin (24) und Ines (25) die böse Überraschung erst am Urlaubsort. 

Die beiden Azubis, die sich auf ihren Aufenthalt in Porto Cristo, Mallorca, schon gefreut und für den sie lange gespart hatten, reagieren stutzig als sie am späten Abend ihres Ankunftstags vorm Hotel "Sol i Vida" stehen – denn dieses sollte doch eigentlich "Som Dona" heißen!

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Der Hotelname hatte gewechselt - doch das war erst der Anfang!

Halb so schlimm, wenn es sich bloß um eine Namensänderung gehandelt hätte. Doch als die beiden jungen Frauen an der Rezeption erfahren, dass für sie keine Buchung vorhanden sei und es das "Som Dona" Frauenhotel schon länger nicht mehr gibt, verwandelt sich die freudige Urlaubsstimmung schnell in Hilflosigkeit und Sorge: Wo sollen sie übernachten und wie die Nächte bezahlen, wenn alles Ersparte für eine Buchung in einem Hotel draufgegangen ist, das gar nicht mehr existiert?

Letzte Rettung: Hilfsbereite Menschen vor Ort

Zwei junge Frauen sitzen in einem Restaurant an einem Tisch und schaen freundlich in die Kamera.
Yasemin und Ines sind erleichtert, dass ihnen geholfen wurde.
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"Wir haben gedacht, wir müssen auf der Straße schlafen", erzählt Yasemin dem RTL-Team über urlaubsretter@rtl.de. Zumal die beiden den Veranstalter LMX in ihrer misslichen Lage nicht erreichen können. Doch mithilfe ihrer Eltern, die die Kosten für die zusätzliche Buchung vorstrecken, und der Unterstützung der Menschen vor Ort, die die beiden jungen Frauen aufnehmen, obwohl sie für die Nächte nicht gleich zahlen können, bleibt den beiden dies erspart. Ihren Aufenthalt von einer Woche, für den LMX Touristik den beiden Azubis insgesamt 1050 Euro berechnet hatte, müssen Yasemin und Ines nun nochmal bezahlen (zusätzlich 707 Euro). Außerdem seien die beiden nicht die einzigen, denen das passiert ist. Am Pool begegnen sie einem Pärchen, das sich in derselben Situation befindet. Auch die Googlesuche nach dem Hotel lässt nicht ahnen, dass es das "Som Dona" mittlerweile nicht mehr gibt, wie der Screenshot zeigt.

Ein Screenshot der Googlesuche nahc dem Hotel Som Dona
Auch die Googlesuche zeigt nicht an, dass es das Hotel nicht mehr gibt.
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Was sagt der Veranstalter?

Auf unsere Nachfrage hin erklärt man sich den Vorfall bei LMX Touristik folgendermaßen: Das Frauenhotel sei zwar zwischendurch vom Hotelanbieter, über den LMX das "Som Dona" eingekauft hatte, aus dem Verkauf genommen worden, doch dann habe der Hotelanbieter signalisiert, das Hotel habe wieder offen. Tatsächlich aber hatten in der Zwischenzeit nicht nur der Besitzer des Hotels, sondern auch das Konzept und der Name gewechselt. So ist die Buchung der Urlauberinnen offenbar ohne Vorwarnung aus dem System gefallen. Yasemin und Ines sollen ihre Mehrkosten umgehend erstattet bekommen, "denn das hätte so natürlich nicht passieren dürfen", erklärt uns LMX Touristik.

Für den Fall, dass Sie nun auch fürchten, dass das Hotel ihres bevorstehenden Urlaubs geschlossen hat, haben wir Ralf Benkö, den RTL-Urlaubsreporter, um Tipps gebeten, was in einer solchen Situation zu machen wäre.