Mercedes kocht Verstappen ab

Ungarn-GP: Lewis Hamilton heizt zur Puszta-Pole

Lewis Hamilton schnappte sich die Pole Position auf dem Hungaroring
Lewis Hamilton schnappte sich die Pole Position auf dem Hungaroring
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31. Juli 2021 - 18:25 Uhr

Verstappen vom WM-Rivalen abgehängt

In der Hitze von Budapest hat Mercedes Max Verstappen cool abgekocht. Als es im Formel-1-Qualifying auf dem Hungaroring darauf ankam, fuhr Lewis Hamilton dem Red-Bull-Star auf und davon. Auf seiner schnellste Runden (1:15,419 Minuten) war Hamilton vier Zehntel schneller als Verstappen.

Hamilton von Verstappen-Fans ausgebuht

"Es war eine unglaubliche Qualifying-Runde. Es war unglaubliche Teamarbeit", freute sich Hamilton nach der 101. Pole Position seiner Karriere – und fügte etwas ironisch hinzu: "Ich genieße die Unterstützung auf den Tribünen. Ich habe mich noch nie so gut gefühlt, wenn ich ausgebuht werde, das hat mich eher gepusht."

Als Reaktion auf den Unfall von Silverstone vor zwei Wochen, als Hamilton Verstappen von der Strecke katapultiert hatte und später noch gewann, buhten die zahlreichen Verstappen-Fans auf den Tribünen den Briten gandenlos aus. Ihr Held musste sich als Dritter auch noch Valtteri Bottas im zweiten Schwarzpfeil geschlagen geben. Der Finne nahm Verstappen auf der 4,381 Kilometer lange Runde knapp ein Zehntel ab.

"Das ganze Wochenende waren wir ein bisschen hinten dran. Das hat sich eben auch im Qualifying gezeigt", sagte der WM-Spitzenreiter. "Nichtsdestotrotz stehen wir auf Platz 3 und schauen, was wir daraus machen können." Im WM-Klassement führt Verstappen vor dem 11. Saison-Lauf mit acht Punkten vor Hamilton.

Schon wieder Zoff zwischen Red Bull und Mercedes

Vierter wurde Verstappens Teamkollege Sergio Perez, nachdem er nicht mehr einen letzten schnellen Versuch starten konnte, was die ohnehin aufgeladene Atmosphäre zwischen Red Bull und Mercedes weiter befeuerte.

"Sportlich sehe ich das nicht, aber auch das müssen wir zur Kenntnis nehmen", monierte Red Bulls Motorsportdirektor Helmut Marko. Er warf dem Mercedes-Duo vor, vor der letzten Runden so verlangsamt zu haben, dass Verstappen nicht auf Touren und Perez gar nicht mehr zum Zug gekommen sei. "Es gibt halt immer wieder Beschwerden", konterte Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

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Vettel startet aus den Top 10

Sebastian Vettel sicherte sich im Aston Martin Startplatz 10 hinter den Alpine-Piloten Esteban Ocon und Fernando Alonso. "Ich war so weit zufrieden", meinte der viermalige Champion. "Von der Pace sind wir da, wo wir hingehören." Mick Schumacher blieb ohne Zeit und muss am Sonntag (15.00 Uhr im Live-Ticker bei rtl.de) aus der Boxengasse starten.

Abflug von Sainz in Q2

Ein Abflug von Carlos Sainz in Q2 brachte den Ablauf der Teams in der zweiten K.o.-Runde durcheinander. Der Spanier verlor in der letzten Kurve die Kontrolle über seinen Ferrari, rutschte von der Piste und schlug in die Streckenbegrenzung ein. Zwar gelang es Sainz zunächst weiterzufahren, doch nach wenigen Metern rutschte der beschädigte Frontspoiler unter die Vorderräder – damit ging nichts mehr. Die Folge war eine mehrminütige Unterbrechung – und anschließend ein enges Ausscheidungsfahren um die Top-Ten-Plätze.

Wer hat den Reifenvorteil?

Alle verbliebenen Fahrer gingen noch einmal auf die Strecke – Verstappen und Hamilton, die ihre schnellsten Runden bis dahin auf den Mediums gefahren waren, sogar auf der schnellsten, weichen Reifenmischung. Auf frischen Softs brannte Verstappen noch einmal eine Bestzeit in den Asphalt – Hamilton dagegen brach seine Runde ab, als klar war, dass er sicher in Q1 ist.

Die Konsequenz: Verstappen muss auf den weichen Gummis starten, Hamilton und auch Stallgefährte Bottas können das Rennen auf den Mediums angehen – möglicherweise im Rennverlauf eine Vorteil, weil sie später zum Reifenservice müssen. Am Start könnte dagegen Verstappen einen Vorteil haben. "Ich glaube, die Softreifen bringen bis zur ersten Kurve fünf Meter", sagte Hamilton. Verstappen scheint genau drauf zu setzen: "Die Soft werden uns am Start eine gute Gelegenheit geben", meinte der 23-Jährige. "Mal sehen, es wird heiß werden."

Schumacher ohne Quali-Runde

Mick Schumacher verpasste nach seinem Unfall im letzten Freien Training am Samstag das Qualifying. Trotz höchstem Einsatz schafften es die Haas-Mechaniker nicht, das stark beschädigte Dienstauto des Rookies rechtzeitig zu reparieren. Größtes Problem: Das Getriebe musste ausgetauscht werden.

Der 22-Jährige war im 3. Freien Training in der Highspeed-Kurve 11 abgeflogen und seitlich ziemlich heftig in die Reifenstapel eingeschlagen. "Ich bin okay. Es tut mir sehr leid", hatte er in die Box gefunkt. Bis zur K.o.-Ausscheidung war der Haas-Crew zwei Stunden für die Reparaturarbeiten geblieben - die reichten aber nicht.

Schumacher wartete letztlich vergeblich mit Helm auf dem Kopf hinter seinem Wagen in der Box des US-Teams. Drei Minuten vor Ablauf von Q1 teilte das Team mit, dass es nichts mehr werde. Ohne gezeitete Runde muss Schumacher damit aus der Boxengasse das Rennen aufnehmen.

Für Teamkollege Nikita Mazepin war nach der ersten K.o.-Runde Schluss – ebenso wie für AlphaTauri-Pilot Yuki Tsunoda und Williams-Mann Gerorge Russell, der erstmals in dieser Saison nicht den Sprung in Q2 schaffte. (wwi)

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