Experte Stefan Schweiger im Interview

Umweltbewusst leben: "Nichts tun ist nachhaltig!"

Wer beim Einkaufen die Hände von Plastiktüten lässt, tut damit Gutes für die Umwelt.
© j.chizhe / Shutterstock.com, SpotOn

22. Februar 2020 - 16:24 Uhr

Wie sich im Alltag der Konsum reduzieren lässt

Der Kampf gegen die Plastikflut ist ein großes Thema. "Trotz immer steigenden Umweltbewusstseins der Menschen in Umfragen ist zwischen 1991 und 2016 leider eine Zunahme von mehr als 88 Prozent an Verpackungsmüll in Deutschland zu verzeichnen und das trotz der 1991 in Kraft getretenen Verpackungsverordnung", weiß Stefan Schweiger, Autor von "Plastik. Der große Irrtum" (Riva-Verlag)* Im Interview erklärt er, wie man den Konsum im Alltag reduzieren kann.

Richtig einkaufen

Zunächst merkt Schweiger an: "Meines Erachtens sollte nicht alle Verantwortung für eine lebenswerte Zukunft auf den Konsumenten abgewälzt werden." Dennoch kann sich ein Besuch in sogenannten Unverpackt-Läden lohnen. Den Kauf von Plastik- und Papiertüten kann man umgehen, indem man eigene Taschen oder Rucksäcke mitbringt. Zudem appelliert der Autor, dass man Mogelpackungen mit viel Verpackungsmaterial und wenig Inhalt grundsätzlich "verunmöglichen" sollte.

RTL-Moderator Maik Meuser lebt weitestgehend plastikfrei. Auch als Familie mit mehreren Kindern ist das finanziell gut möglich, wenn man sich gut vorbereitet. Der nette Nebeneffekt von einem plastikfreien Wocheneinkauf ist, dass die Produkte frisch und damit deutlich gesünder sind, als viele verpackte Lebensmittel.

Haushalt und Kosmetik

Auch im Haushalt produzieren wir Unmengen an Abfall und Plastikmüll. Das lasse sich jedoch, so Schweiger, "relativ leicht" vermeiden, "indem man weniger kurzlebige Produkte aus Kunststoffen kauft". Trotzdem sollte man Vorsicht walten lassen: "Die Alternativen zu Plastikprodukten sind nicht zwingend immer die ökologisch nachhaltigere Variante." Glas beispielsweise benötigt viele Rohstoffe in der Produktion. Recyceln und wiederverwenden lohnt sich hingegen mehr. Wie Sie im Alltag ganz leicht weniger Müll produzieren können und dabei auch noch Geld sparen, erklären wir hier. 

Wie beim Haushalt sollte man auch bei Beauty- und Kosmetikprodukten stets darauf achten, "dass die Verpackungen der Pflegeprodukte möglichst weiß sind, damit sie besser wiederverwertet werden können". Viele Kosmetika gibt es mittlerweile in fester Form, das heißt ohne großräumige Plastikverpackungen. Das spart Geld und Ressourcen und sorgt für eine übersichtliche Ordnung im Badezimmer.

"Nichts tun, das ist nachhaltig!"

​Neben dem Coffee-To-Go-Becher, gegen dessen Verbrauch man laut Schweiger im Idealfall politisch votieren sollte, empfiehlt der Autor unterwegs das Konsumieren allgemein zu vermeiden: "Nichts tun, nichts kaufen, nichts konsumieren, das ist nachhaltig!"

spot on news

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.