21. März 2019 - 11:18 Uhr

von Franziska Geißler

Es gibt sie handlich am Stück. Statt Mikroplastik schmiert man sich mit ihr natürliche Inhaltsstoffe ins Gesicht und auf den Körper. Und sie kommt ohne Plastikverpackung aus: Die Rede ist von fester Kosmetik. Unsere Reporterin hat die Alternativen zum Sprüh-Deo, Flüssigshampoo und Duschgel getestet. Was sie davon hält, verraten wir im Video. 

Was ist feste Kosmetik?

Das Urgestein der festen Kosmetik kennen wir alle: die gute alte Handseife. Verpackt in ein bisschen Papier oder Pappe, kommt sie ohne viel Verpackungsmüll aus. Und hält sich tapfer mehrere Wochen am Rand des Waschbeckens. Während früher so ein Stück Seife für Körper und Haare gleichermaßen verwendet wurde, gibt es heute unzählbare flüssige Kosmetikprodukte. Duschgels, Shampoos, Conditioner und Bodylotions. Die Liste ist lang. Und ohne Plastik kommt fast keine der Verpackungen aus. Außerdem enthalten viele flüssige Drogerieprodukte auch Mikroplastik. Ein weiterer Minuspunkt für die Ökobilanz. Genau dort setzt die feste Kosmetik an.

Shampoo, Dusch-Kosmetik und Körpercremes gibt es nämlich auch in Form von Seifen- bzw Butterriegeln. Deos gibt es als ergiebige Cremes, die mit minimaler Verpackung auskommen. Und nicht wie Deosprays mit Treibgasen wie Butan, Isobutan und Propan arbeiten. Außerdem enthalten die Deos kein Aluminium und sind so noch gut für unsere Gesundheit.

So gefährlich ist Mikroplastik

Eine Frau wäscht sich die Haare in der Dusche
Shampoo & Co. gibt es auch in einer festen Variante.
© iStockphoto

In Peelings können wir Mikroplastik mit dem bloßen Auge erkennen - und uns bewusst gegen den Kauf entscheiden. Aber was wir Verbraucher oft nicht wissen: In ganz vielen kosmetischen Haut- und Reinigungsmitteln wird Mikroplastik verwendet, das für uns quasi unsichtbar ist - nämlich in Form von Bindemitteln und Filmbildnern. Mikroplastik ist oft kleiner als 5 Millimeter und häufig nur unter dem Mikroskop erkennbar. Die kleinen, festen Kunststoffteilchen lösen sich nicht im Wasser auf und sind damit ein echtes Langzeitproblem.

Das Mikroplastik gelangt über unsere Waschbecken ins Meer. Dort wird es von Kleinstlebewesen aufgenommen, die von Fischen gefressen werden, die dann wiederum auf unserem Teller landen. So gelangt das Plastik am Ende in unsere Körper. Ein Kreislauf, bei dem Mensch und Umwelt nur verlieren können.

Mikroplastik erkennen und vermeiden

Frau benutzt die CodeCheck App
Die App CodeCheck bietet einen unabhängigen Produktcheck für Lebensmittel, Kosmetika sowie Wasch- und Reinigungsmittel.
© CodeCheck

Dem Mikroplastik-Problem haben sich auch die Macher der App "Code Check" angenommen. Mit Hilfe des Barcodescanners können Verbraucher direkt im Supermarkt prüfen, ob in einem Produkt bedenkliche Inhaltsstoffe wie Mikroplastik, Paraffine oder Palmöl enthalten sind. Denn: Die Kosmetikindustrie verwendet auch andere Kunststoffe in ihren Produkten, die beispielsweise als Bindemittel dienen und teilweise löslich sind. Das Entfernen solcher Stoffe aus der Umwelt ist nicht möglich, weswegen man sie am besten gar nicht erst benutzen sollte.

Wer wissen möchte, hinter welchen Abkürzungen sich welche Kunststoffe in Kosmetika verstecken, kann das im Einkaufsratgeber des BUND nachlesen.