Umfrage offenbart Erstaunliches

Warum einige Menschen den Lockdown vermissen werden

Die meisten Menschen mussten in der Corona-Zeit ihre Gewohnheiten ändern, einige wollen diese weiter beibehalten.
Die meisten Menschen mussten in der Corona-Zeit ihre Gewohnheiten ändern, einige wollen diese weiter beibehalten.
© picture alliance / PantherMedia, Andrey Popov

23. August 2021 - 11:21 Uhr

Weiter im Lockdown-Modus?

Auf der Couch liegen und Fernsehen schauen, statt in der Bar zu sitzen und Cocktails zu schlürfen: Für viele Menschen war genau das in den letzten anderthalb Jahren ein Beispiel für die neue "Corona-Normalität". Während sich die meisten wohl gerade in den Wintermonaten nach Spaß und Ablenkung gesehnt haben, hat eine Umfrage des "Institut für Generationsforschung" erstaunliches festgestellt: Einige Menschen wollen offenbar weiter in einem eigenen Lockdown bleiben.

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Viele junge Menschen fühlen sich unter Druck gesetzt

Dieses Phänomen beobachtet der Generationsforscher Rüdiger Maas. Sein Team hat in einer repräsentativen Umfrage die Menschen zur Corona-Pandemie befragt. Klar ist: Vor allem jüngere Menschen freuen sich darüber, wieder reisen zu können und am Wochenende Party zu machen. 85 Prozent der Unter-26-Jährigen blicken optimistisch oder sogar sehr optimistisch in die Zukunft. Doch die neuen Freiheiten haben auch eine Kehrseite: Fast jeder Zweite (46 Prozent) fühlt sich unter Druck gesetzt möglichst viele Dinge zu unternehmen. Anders sieht das in den älteren Altersgruppen aus.

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Einige wollen Pandemie-Alltag beibehalten

Ein Zehntel der befragten Menschen ab 40 haben angegeben, bestimmte Dinge aus den Lockdown-Zeiten zu vermissen. Knapp sieben Prozent der Baby-Boomer (ab 56 Jahre) und acht Prozent der "Generation Y" (26 bis 39 Jahre) wollen ihren Pandemie-Alltag am liebsten gleich ganz behalten. Viele Menschen haben sich auf die neue Situation eingestellt und wollen ihre neuen Gewohnheiten – zum Beispiel im Homeoffice zu arbeiten – offenbar nicht mehr so schnell aufgeben.

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Keine Lust auf Veränderung

Es gebe "einen Teil der Menschen, die darauf keine Lust haben", sagt die Traumapsychologin Karin Clemens von der R+V Versicherung. Wegen der Pandemie würden die Menschen seit mehr als anderthalb Jahren unaufhörlich mit zwar wichtigen, aber dennoch bedrohlichen Informationen "beschossen". "Jede Berührung kann potenziell gefährlich sein. Diese Information bleibt im Kopf - und bei jedem Treffen geht der erhobene Finger hoch", sagt sie.

Trotz aller Ängste und Sorgen: Laut Generationenforscher Maas gewöhnen sich viele schnell wieder an ein neues Leben nach der Pandemie. Denn: "Sobald sich die Richtung der Gruppendynamik ändert, passen wir uns entsprechend an." (dpa, xst)