Fünfjährige wird in Krankenhaus in Kiew behandelt

Sie liebte Fußball und wollte Rennfahrerin werden: Marina (5) verliert nach Bombenangriff in der Ukraine ihr Bein

Marina (5) musste im Krankenhaus ihr linkes Bein amputiert werden.
Marina (5) musste im Krankenhaus ihr linkes Bein amputiert werden.
twitter/Mariana_Betsa

Marina Ponomareva spielte liebend gerne Fußball und fuhr Roller. Eines Tages Rennfahrerin zu werden, war ihr großer Traum. Doch wie über so viele Kinder in der Ukraine brach auch über die Träume der Fünfjährigen der Krieg herein. Bei einem Bombenangriff verlor sie ihr linkes Bein. Heute hat das kleine Mädchen nur noch einen Wunsch.

Lese-Tipp: Alle aktuellen Informationen rund um den Angriff auf die Ukraine finden Sie jederzeit im Liveticker

Ukraine: Marina und ihre Familie in Cherson von Russland bombardiert

Als Marina nach ihrer Operation zum ersten Mal wieder wach wird, dreht sie sich zu ihrer Tante und fragt: “Weißt du, dass ich nur noch ein Bein habe?”

Die Fünfjährige lebte mit ihrer Familie in der ukrainischen Großstadt Cherson, zwei Wochen nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine begann die Belagerung von Marinas Heimatstadt durch russische Truppen. Fast zwei Monate lang verharrten die Ponomarevs in der Stadt, täglich hörten sie Explosionen und sahen Bomben in ihrer Nähe detonieren. Das schreibt das Krankenhaus, in dem Marina behandelt wird, auf Facebook.

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Marina und ihre Mutter vor Beginn des Krieges in der Ukraine.
Marina und ihre Mutter vor Beginn des Krieges in der Ukraine.
NDSL Ohmatdit /Lydia Dmitraschko

Ukraine-Krieg: Marina (5) muss nach Bombenangriff ihr Bein amputiert werden

Ohne eigenen Keller mussten sich Marina und ihre Familie demnach mitten in ihrem Haus verstecken, so weit weg von den Wänden wie möglich. Lange ging das gut – bis zum 2. April. Dann schlägt ein Geschoss durch das Dach des Gebäudes, mitten in den Raum, wo die Familie ausharrt. Die Ponomarevs haben noch Glück im Unglück: Niemand wird bei dem Einschlag getötet – doch Marina wird lebensgefährlich verletzt.

Das kleine Mädchen wird unter den Trümmern begraben, sein linkes Bein brutal eingeklemmt. Marinas Großvater kann sie unter den Trümmern hervorziehen, doch sofort ist klar: Die Fünfjährige muss in ein Krankenhaus. Über 200 Kilometer muss die Familie fahren, das Krankenhaus in Cherson ist selbst bombardiert worden. Glücklicherweise ist ihnen ihr Auto noch geblieben. Doch als sie schließlich in Krywyj Rih ankommen, haben die Ärzte laut den Schilderungen des Krankenhauses nur noch eine Wahl: Marinas Bein muss amputiert werden.

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Marina und ihre Mutter werden mittlerweile beide in Kiew behandelt.
Marina und ihre Mutter werden mittlerweile beide in Kiew behandelt.
NDSL Ohmatdit /Lydia Dmitraschko
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Marina zum Krieg in der Ukraine: "Möchte, dass das nie wieder passiert”

Für sie bricht eine Welt zusammen: “Warum ich? Warum hat eine Granate unser Haus getroffen? Warum wurde mir mein Bein abgenommen?”, weint sie laut ihrer Tante. Marina wird nie wieder so Fußball spielen können, wie sie es früher getan hat, nie wieder so Roller fahren können wie früher. Ihren großen Traum, eines Tages Rennfahrerin zu werden, wird sie wahrscheinlich nie mehr verwirklichen können.

Und doch hatte die Kleine mehr Glück als viele andere Kinder in der Ukraine . Mittlerweile ist sie in Kiew in einem Krankenhaus, gemeinsam mit ihrer Mutter, die ebenfalls schwer verletzt wurde. Marinas Großeltern leben noch immer in Cherson, das inzwischen unter russischer Besatzung steht.

Marina wünscht sich jetzt nur noch eins: “Ich möchte, dass das nie wieder passiert.” (jda)

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