Überraschende Waschmaschinen-Studie

Heißes Waschen kann zu mehr Keimen führen

24. Februar 2020 - 10:03 Uhr

Deutsche Forscher untersuchen Keime in Waschmaschine

Heiß Waschen mit mindestens 60 Grad tötet Keime ab und ist gut für die Hygiene. Das galt bislang als gesetzt. Eine Waschmaschinen-Studie der Hochschule Furtwangen kommt jetzt zu einem überraschenden Ergebnis: Je öfter heiß gewaschen wird, umso größer wird die Verkeimung in der Einspülkammer. Studienleiter Markus Egert gibt im Video einen Überblick über die Studie. Außerdem erklärt RTL-Haushaltsexpertin Gisela, wie man die Waschmaschine richtig reinigt.

229 verschiedene Bakterienarten in Waschmaschinen entdeckt

Das Ergebnis hat offenbar auch die Forscher überrascht: "Waschen bei 60 Grad und heißer ist für die Wäschehygiene nach wie vor das Beste. Wärmeabstrahlung an andere Stellen der Maschine kann dort aber vielleicht das Keimwachstum fördern", sagt Studienleiter Markus Egert.

In der Studie wurden 50 Proben aus 13 Haushaltswaschmaschinen auf die Zusammensetzung ihrer Bakteriengemeinschaft hin untersucht. Entnommen wurden die Proben jeweils aus der Einspülkammer, der Bullaugendichtung, den Pumpensumpfbehältern. Außerdem untersuchten die Forscher Wäschefasern aus einer Testwäsche in der jeweiligen Maschine. Zusätzlich wurden die Nutzer der Maschinen zu ihrem Waschverhalten befragt.

In 13 Maschinen wurden 229 verschiedene Arten von Bakterien identifiziert. Zwischen 30 und 60 Prozent der zehn am häufigsten gefundenen Arten wurden als potentiell krankmachend eingestuft. Die höchste Verkeimung zeigte sich in der Einspülkammer.

Die Stinker sitzen in der Bullaugendichtung

Das als Ursache von schlechtem Geruch bekannte Bakterium Moraxella osloensis wurde in 9 von 13 Bullaugendichtungen gefunden. "Moraxella osloensis ist hart im Nehmen und hält die stark wechselnden Umweltbedingungen in der Bullaugendichtung anscheinend bestens aus. Um Wäsche- und Maschinengeruch vorzubeugen, sollte die Dichtung deshalb regelmäßig gereinigt und die Maschine zum Trocknen offen gelassen werden", erklärt Egert.

Die Studie wurde durch ein Forscherteam der Hochschule Furtwangen, der Universität Gießen sowie der Henkel AG & Co. KGaA, Düsseldorf, erstellt. Erschienen ist sie in der Zeitschrift Microorganisms.