Studie belegt zahlreiche gesundheitliche Vorteile

Intervallfasten beugt Krankheiten vor und hält jung

Beim Intervallfasten folgen auf 12-16 Stunden Essenspause eine achtstündige Essensphase.
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02. März 2020 - 11:55 Uhr

Britische Studie liefert überraschende Erkenntnisse

Intervallfasten wird immer beliebter. Schließlich handelt es sich dabei um eine moderate Fastenmethode, bei der Essen grundsätzlich erlaubt ist, nur eben in einem eng festgelegten Zeitfenster. Britische Wissenschaftler kommen nun zu dem Ergebnis, dass Intervallfasten noch weitaus mehr Vorteile hat als bisher bekannt.

Forscher haben verschiedene Studien ausgewertet

Die amerikanischen Neurowissenschaftler Mark Mattson und Rafael de Cabo von der John Hopkins University in Baltimore haben mehrere Studien zu den Auswirkungen des 16:8-Intervallfastens auf die Gesundheit ausgewertet. Im Fokus stand dabei die Frage, wie das Intervallfasten die Krankheitsanfälligkeit sowie die Alterungsprozesse im Körper der Probanden beeinflusst. Die Ergebnisse haben die Wissenschaftler nun im britischen Fachmagazin "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.

Das sind die Ergebnisse der Studienauswertung

  • Durch das Intervallfasten steigt der Gehalt an Ketonkörpern. Dies führt zu einer verbesserten Blutzuckerregulierung und weniger freien Radikalen im Körper, was wiederum das Risiko für die Entstehung von Krebs reduzieren kann.
  • Durch die Regulierung des Blutzuckers wird der Körper widerstandsfähiger gegen Stress und Entzündungen.
  • Da durch das Intervallfasten Übergewicht und Diabetes vorgebeugt wird, sinkt auch das Risiko für dadurch bedingte Folgeerkrankungen wie Herz-Kreislauferkrankungen oder Fettstoffwechselstörungen.
  • Bei Patienten, die an multipler Sklerose leiden, kann Intervallfasten die Symptome lindern, weil Entzündungen im Körper gehemmt werden.
  • Eine Studie der Universität Toronto kam zu dem Ergebnis, dass 220 gesunde, nicht fettleibige Erwachsene nach einer zweijährigen kalorienreduzierten Diät in kognitiven Tests besser abschnitten als zuvor. Ihre Gedächtnisleistung hat sich also infolge der geringeren Kalorienzufuhr verbessert.

Was steckt dahinter?

Intervallfasten hat viele positive Wirkungen auf unseren Körper.
Durch das intermittierende Fasten wird unter anderem die Zellerneuerung angekurbelt und Krankheiten wie Krebs und Demenz vorgebeugt.
© ROSA LAZIC (ROSA LAZIC (Photographer) - [None], ROSA LAZIC

Das sind die Gründe für die positiven Effekte: 

Der Stoffwechsel der Zellen ändert sich. Normalerweise nutzt unser Körper Kohlenhydrate als schnelle Energiequelle. Während der Zuckerverbrennung werden allerdings freie Radikale freigesetzt, die Zellschäden und folglich Krankheiten fördern können. Während des Fastens nutzt unser Körper durch den Fettabbau gewonnene Ketonkörper zur Energiegewinnung.Dadurch werden Fettdepots abgebaut und das Körpergewicht sinkt.

Im Gegensatz zu Glukose beeinflussen Ketonkörper nicht den Blutzuckerspiegel, sodass der Insulinspiegel konstant bleibt. Auch die langen Essenspausen von bis zu 16 Stunden verhindern starke Blutzuckerschwankungen. Dies hat unter anderem zur Folge, dass wir weniger Hunger haben und Blutzuckerspitzen, aber auch starke Blutzuckerabfälle, die Heißhungerattacken auslösen, ausbleiben. Durch den geringeren Appetit fällt der Gewichtsverlust leichter. Zudem minimiert ein konstanter Blutzucker die ständige Insulinausschüttung und damit die Gefahr, an Diabetes zu erkranken.

Das intermittierende Fasten stimuliert außerdem die Autophagie. Dabei handelt es sich um ein Notfallsystem in Hungerperioden und gleichzeitig auch um einen essentiellen Prozess für die Reinigung und Erneuerung der Zellen. Autophagie ist praktisch eine Art Selbstverdauungsprogramm: Entartete Zellen werden abgebaut und entfernt. Sie werden zur Energiegewinnung der Zellen genutzt, unbeschädigten Zellbestandteile hingegen werden recycelt. Letztlich sichert dieser Mechanismus das Gleichgewicht zwischen dem Abbau alter Zellen und der Produktion neuer Zellkomponenten. Damit ist Autophagie ein wichtiger Prozess zum Schutz vor Krankheiten wie Krebs, Demenz, Muskelerkrankungen und Infektionskrankheiten.

Ist der Insulinspiegel durch häufige Mahlzeiten und Snacks konstant erhöht, wird die Autophagie gehemmt. Der Körper erhält durch das Insulin die Rückmeldung, dass genügend Energie von außen zugeführt wird und folglich keine Selbstverdauung nötig ist.

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Unser Körper ist auf Intervallfasten programmiert

Eine andere Erklärung für die positiven Effekte des stundenlangen Essensverzichts könnte den Wissenschaftlern zufolge in unserer Evolution liegen:

Anders als heute, wo drei feste Mahlzeiten und Snacks zwischendurch in unserer Gesellschaft als normal gelten, mussten unsere Vorfahren Essenspausen kompensieren. Als Jäger und Sammler waren unsere Vorfahren immer wieder mit kürzeren oder längeren Phasen des Nichtessens konfrontiert, einfach, weil das Nahrungsangebot nicht immer gleich war. Dadurch, dass der Körper immer wieder mit diesen Stressphasen konfrontiert wurde, passte er sich an. Mit vielen positiven Effekten auf die Gesundheit: Verstärkte Expression der antioxidativen Abwehrkräfte, DNA-Reparatur, Qualitätskontrolle von Proteinen, mitochondriale Biogenese und Autophagie sowie Herunterregulierung der Entzündung.

Zudem erforderte die Nahrungsbeschaffung – anders als heute - Körpereinsatz. Das intermittierende Fasten war somit für unsere Vorfahren das Normale. Und noch heute sind unser Stoffwechsel und unser Verdauungssystem darauf ausgerichtet, dass sich Bewegung kombiniert mit immer wiederkehrenden Phasen des Nichtessens und Essensphasen abwechseln.

Dies alles trägt zu dem positiven Einfluss des intermittierenden Fastens auf Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und neurodegenerative Erkrankungen bei. Gute Gründe also, das Intervallfasten einfach einmal auszuprobieren. Wie Sie es ganz leicht hinbekommen, erfahren Sie in unserem 7-Tage-Intervallfastenplan.

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