Rote Haube hielt sich hartnäckig

Turm-Drama in Bremerhaven: Die Kuppel ist ab!

Die Kuppel ist ab! Turm-Drama in Bremerhaven
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Turm-Drama in Bremerhaven
Die Kuppel ist ab!

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Seit mehr als einer Woche ist der schiefe Turm in Bremerhaven ein richtiges Happening. Wer hätte gedacht, dass sich die rote Haube so hartnäckig halten wird. Aber jetzt gab es einen neuen Versuch, die Kuppel zu trennen.

Autsch - jetzt hat er auch noch eine Delle

Als es am Donnerstagmorgen (18.7.) hieß, dass das Wahrzeichen von Bremerhaven droht zu kippen, ist die Aufregung groß. Die erste Prognose: Schon am Mittag könnte er umstürzen. Ist er nicht, bis jetzt. Der Plan der Experten: Den Turm nach und nach zurückbauen. Als erstes sollte dafür die Kuppel ab. Am Donnerstag kam ein Schwerlast-Kran zum Einsatz. Erst löste sich ein Haltegurt, dann konnte der Kran die Kuppel nicht anheben. Die Kuppel hat jetzt eine Delle. Doch das ist laut der Hafenmanagementgesellschaft Bremenports das geringste Problem. Sie müsse ohnehin nach der Rettung saniert werden.

Kuppel am Freitagnachmittag angehoben

Am Freitagmorgen vermuteten Experten zunächst, dass sich weitere Bolzen im Turm selbst befinden, die den Turm und die Kuppel zusammen halten. Nachdem sich Sachverständige alles noch einmal genau anschauten war klar: Eine Stahlstrebe, die von unten bis oben durch den Turm geht, ist der Übeltäter, der noch alles zusammenhielt. Am Freitagnachmittag dann war es dann aber soweit: Die Kuppel ist ab!

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"Desaster mit Ansage"

Nach Angaben der Stadt steht das Seezeichen, das 1914 in Betrieb genommen wurde, seit 2001 unter Denkmalschutz. Die Nordmole ist Eigentum des Landes Bremen, der Turm mit seinem aktiven Leuchtfeuer gehört der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) hatte in einer ersten Reaktion scharfe Kritik geübt. „Wenn man zynisch sein wollte, könnte man sagen, das war ein Desaster mit Ansage“, sagte Grantz vorige Woche. „Ich habe seit Jahren die Verantwortlichen im Senat und bei Bremenports dringlich auf die Notwendigkeit der Sanierung der Nordmole hingewiesen, aber leider ist nichts Sichtbares passiert.“ (dpa/cgo)