US-Präsident bei Queen-Begräbnis in 20. Reihe

Trump lacht über Biden: "Mich hätten sie nicht dort hingesetzt"

US-Präsident Joe Biden musste in den hinteren Reihen Platz nehmen.
US-Präsident Joe Biden musste in den hinteren Reihen Platz nehmen.
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Normalerweise ist ein Platz in der ersten Reihe für den mächtigsten Mann der Welt reserviert – außer bei Queen-Beerdigung! US-Präsident Joe Biden und seine Ehefrau Jill mussten sich in der Westminster Abbey mit einem der hinteren Plätze begnügen. Für Ex-Präsident Donald Trump ein gefundenes Fressen.

Wegen Bidens Sitzplatz: Trump wirft den Briten Respektlosigkeit vor

„Das ist es, was in nur zwei kurzen Jahren aus Amerika geworden ist. Kein Respekt“, schreibt Trump auf seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth Social über den aktuellen US-Präsidenten. Darunter: Ein Foto, wo Joe Biden auf dem Staatsbegräbnis von Queen Elizabeth II. in der 20. Reihe Platz nimmt.

Spöttisch schreibt er weiter: „Es ist aber eine gute Gelegenheit für unseren Präsidenten, die Führer bestimmter Länder der dritten Welt kennenzulernen. Wenn ich Präsident wäre, hätten sie mich nicht dort hingesetzt.“ Und fügt noch hinzu: „In der Politik ist es wie in der Immobilienbranche und im Leben, der richtige Platz ist ALLES.“

Biden saß zwischen dem polnischen Präsidenten und tschechischen Premierminister

US President Joe Biden accompanied by the First Lady Jill Biden  arriving for the State Funeral of Queen Elizabeth II, held at Westminster Abbey, London. Picture date: Monday September 19, 2022.    Gareth Fuller/Pool via REUTERS
Biden saß neben dem Präsidenten der Schweiz, Ignazio Cassis.
via REUTERS, POOL

Tatsächlich saß Biden ungewöhnlich weit hinten, aber sicherlich nicht neben „bestimmten Ländern der dritten Welt“, wie es Trump behautet. Der US-Präsident saß neben dem Staatschef der Schweiz, Ignazio Cassis, sowie hinter dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda und vor dem tschechischen Premierminister Petr Fiala.

Für Trump ist aber auch dieser Platz ein Zeichen der Respektlosigkeit. Er behauptet, dies sei auf die schlechten Beziehungen der beiden traditionell sehr verbundenen Länder zurückzuführen – und macht Biden dafür verantwortlich.

Königliche Familie in den ersten Reihen

Wieso das Protokoll diese Plätze für die Bidens vorgesehen hat, ist nicht bekannt. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron saßen relativ weit hinten, aber noch vor Biden. Die ersten sechs Reihen waren für die königliche Familie reserviert. Direkt dahinter saßen die Staatschefs, deren Staatsoberhaupt die Queen war, darunter Kanadas Premier, Justin Trudeau.

Die Bidens wurden dennoch bevorzugt behandelt

FILE - Former President Donald Trump arrives at a rally, Aug. 5, 2022, in Waukesha, Wis. Trump backed lots of Republicans who won primaries this year. Now comes the harder part, helping them win in November. Trump heads to Wilkes-Barre, Pennsylvania,
Donald Trump pöbelt gegen seinen Nachfolger Joe Biden. (Archivbild)
MG, AP, Morry Gash

Der US-Präsident hat nicht auf den Post Trumps reagiert. Allerdings haben die Bidens, bis auf die Sitzordnung, eine Vorzugsbehandlung erhalten. Während viele andere Staatsgäste mit dem Bus zur Westminster Abbey angereist sind, wurde der Präsident mit einer Limousine hinchauffiert. Trump und die anderen lebenden Ex-Präsidenten erhielten keine Einladung zum Staatsbegräbnis der britischen Königin. (mor)