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Trotz Aphasie: Wie Susan Bille es schaffte, wieder zu sprechen - und was für Betroffene wirklich zählt

"Das Persönliche ist wichtig"

Trotz Aphasie: Wie Susan Bille es schaffte, wieder zu sprechen - und was für Betroffene wirklich zählt

Wie Betroffene mit Bruce Willis' Krankheit leben Alltag mit Aphasie
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Alltag mit Aphasie
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Die Nachricht von Bruce Willis’ Aphasie-Erkrankung hat Millionen Fans tief erschüttert. Auch in Deutschland sind laut Bundesverband Aphasie e. V. derzeit mehr als 100.000 Menschen davon betroffen. Die meisten nach einem Schlaganfall. So auch Susan Bille aus Leipzig. Mit nur 37 Jahren hatte sie einen Schlaganfall . Auch jetzt, rund 16 Jahre später, fällt es ihr unter anderem noch schwer, Zahlen zu verarbeiten. Doch sie hat es geschafft – und kann heute wieder sprechen.

"Ich bin froh, dass ich wieder reden kann"

Nach ihrem Schlaganfall 2006 fiel Susan Bille das Sprechen schwer, wie sie im RTL-Interview erzählt. Verschiedene Behandlungen konnten ihr in der ersten Zeit helfen. „Ich war ein halbes Jahr in der Uni und hatte ganz viele Therapien.“ Neben sportlichen und psychologischen Therapien gab es auch logopädische Behandlungen. „Da musste man Sätze schreiben oder sagen und ich dachte, ich könnte es wirklich nicht mehr. Ich bin ganz froh, dass ich so weit jetzt wieder reden kann.“

Heute engagiert sich Susan Bille bei der Selbsthilfegruppe Leipziger Aphasiker. Hier kommen Betroffene mit unterschiedlich schwer ausgeprägter Aphasie zusammen. Eine Garantie für Besserung, wie bei Susan Bille, gibt es aber leider nicht, erzählt sie. „Es gibt wirklich Leute von unserer Gruppe, die können einfach nicht mehr reden. Und sie machen auch viel mit den Armen, also etwas erklären oder so, aber es ist schwierig. Wir haben eine in unserer Gruppe, die sagt immer bloß ‚nein, nein nein‘.“

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Was ist eine Aphasie? Mehr als 100.000 Menschen in Deutschland betroffen
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"Das Persönliche ist einfach wichtiger"

In ihrer Selbsthilfegruppe sollen neben Betroffenen auch Angehörige unterstützt werden. Denn die werden oft alleingelassen, weiß Susan Bille. Dabei seien Familie und Freunde so enorm wichtig für die Patienten. Helfen könne man Aphasie-Betroffenen als Angehöriger am besten, in dem man sie unterstütze, „egal, um was es geht. Ob nun Krankenkasse oder persönliche Dinge“, so Susan Bille.

Vor allem das Alleinsein sei ein Problem für die Betroffenen. „Manche werden auch sehr einsam. Partnerschaften gehen kaputt, weil der eine das andere nicht mehr versteht und auch nicht mehr mitgehen will.“ Susan Bille hatte hier viel Glück mit ihrem eigenen Mann und ist dafür sehr dankbar: „Ich war lange in der Logopädie und das hat mir natürlich auch geholfen. Aber das Persönliche ist einfach wichtiger, finde ich.“ (akr)