Rechtzeitig vorbeugen!

Trockene Stellen & Desinfektionsmittel-Allergie: So schützen Sie Ihre Hände

Häufiges Händewaschen kann der Haut schaden.
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02. April 2020 - 16:10 Uhr

Schluss mit rauen, rissigen und roten Stellen

Hände waschen und desinfizieren soll uns vor Viren und Bakterien schützen. Wenn wir uns besonders häufig die Hände mit Seife waschen und anschließend Desinfektionsmittel verwenden, entstehen raue, rissige und rote Stellen, die teilweise zu allergischen Reaktionen werden. Woran das liegt und wie Sie das vermeiden können, erklärt der Münchener Hautarzt Dr. Hans-Ulrich Voigt.

Desinfektionsmittel entfettet die Haut und schädigt die Hautbarriere

"Uns erreichen derzeit […] einige Rückmeldungen von Personen mit empfindlicher Haut bzw. von Asthmatikern, die klagen, dass die Dauerbenutzung von Desinfektionsmitteln ihre Atemwege und auch die Haut überdurchschnittlich reizt" , sagt der Deutsche Allergie- und Asthmabund gegenüber RTL. Der Grund dafür ist, dass die aggressiven Desinfektionsmittel die Haut entfetten und die Hautbarriere schädigen, so können allergene Substanzen leichter die Hautbarriere passieren und eine Allergie auslösen.

In extremen Fällen kommt es zu Entzündungen wie Hautekzemen

Hautarzt Dr. Hans-Ulrich Voigt aus München beobachtet derzeit, dass aktuell jeder Dritte seiner Patienten Hautveränderungen aufgrund von Desinfektionsmitteln oder häufigem Händewaschen zeigt. In besonders heftigen Fällen kommt es zu Entzünden wie Hautekzemen. Waschen ist derzeit aufgrund des Coronavirus extrem wichtig, betont Dr. Voigt, "und zwar mindestens 30 Sekunden, ohne Schmuck und Uhr. Auch Fingerzwischenräume und Handgelenke nicht vergessen!" Aber was viele nicht wissen: "Zusätzliches Desinfizieren ist eigentlich nur für medizinische Berufe erforderlich, oder wenn Sie unterwegs sind und keine Gelegenheit zur Handwäsche haben."

Wie Sie sich richtig und effektiv die Hände waschen, erklären wir hier.

So beugen Sie trockener Haut oder einer Allergie vor

Um einer Allergie oder trockener Haut vorzubeugen, sollte man die Hände nach Möglichkeit nach jeder Handwäsche mit einer leichten Lotion eincremen, am besten eignen sich Inhaltsstoffe wie Panthenol, Vitamin A und E, oder Feuchthaltesubstanzen wie Harnstoff, Glycerin oder Hyaluronsäure. Die Creme sollte ohne Duftstoffe auskommen, denn die können auf der derzeit ohnehin angegriffenen Haut noch schneller Allergien auslösen. Beim Eincremen unbedingt an den Handrücken denken, "den vergessen viele und da gibt es oft zuerst Probleme", so Dr. Hans-Ulrich Voigt!

Sein Experten-Tipp: abends eine Handpackung für die strapazierten Hände. Dafür fetthaltige Cremes oder Salben, dick auftragen und im Idealfall unter einem dünnen Handschuh über Nacht einwirken lassen. Eine schnellere, aber genauso pflegende Alternative ist ein Handbad: Dazu 2 Esslöffel Oliven- oder Kokosöl in eine Schüssel geben, lauwarmes Wasser dazu und die Hände 5 Minuten darin baden, dann abtrocknen. So bleiben die Hände trotz Hygienestrapazen geschützt!