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Traumazentrum bei Gera: Therapeut soll intime Fotos von Kindern gemacht haben

Traumatherapeut soll intime Fotos von Kindern gemacht haben

Nachbarin nennt ihn "absolutes Drecksschwein"

Traumatherapeut soll Sex-Fotos von Kindern gemacht haben "Er ist ein Drecksschwein"
01:58 min
"Er ist ein Drecksschwein"
Traumatherapeut soll Sex-Fotos von Kindern gemacht haben

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Hat Michael B. seinen Job als Traumtherapeut schamlos ausgenutzt, um intime Fotos von hilflosen Kindern zu machen? Dafür muss er sich jetzt zumindest vor Gericht verantworten. Eine Nachbarin berichtet gegenüber RTL von Schlägen und Geschrei.

Traumazentrum bei Gera: Nachbarn hören immer wieder Kindergeschrei

"Es wurden Kinder ins Bad eingesperrt. Das habe ich gesehen und auch gehört. Also ich konnte es mit eigenen Augen auch wirklich sehen. Und die Kinder haben an die Tür geklopft und wollten raus“, erzählt Isabell Hemmann.

Sie wohnt direkt unter dem ehemaligen Traumazentrum in der Nähe von Gera : „Er hat keine Rücksicht genommen, dass die Kinder eh schon geschädigt sind. Er wollte nur seinem Trieb nachgehen. Ist auf jeden Fall ein absolutes Drecksschwein,“ sagt sie unserem Reporter Frank Vacik.

In dem Traumazentrum wurden rund zwei Jahre lang Kinder- und Jugendliche zwischen acht und fünfzehn Jahren therapiert. Geschäftsführer der Einrichtung war der Angeklagte Michael B.

Reporter spricht in Gera mit Protagonistin
Isabell Hemmann im Gespräch mit RTL-Reporter Frank Vacik
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Mutmaßliches Opfer vertraut sich Therapeutin an - LKA beginnt mit Ermittlungen

Zwei Männer im Gerichtssaal, einer hält sich Papier vor das Gesicht.
Zu all den Vorwürfen gegen ihn schweigt Michael B. beim Prozessauftakt.
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Auf Nachfragen von Isabell Hemmann antwortete der ganz einfach, dass alles seine Richtigkeit habe. Und so schreiten die Behörden erstmal nicht ein, obwohl die Nachbarn sich immer wieder über die Ruhestörung beschweren.

Doch dann die Wendung: Ein mutmaßliches Missbrauchsopfer traut sich einer anderen Therapeutin an! Das LKA beginnt gegen Michael B. zu ermitteln und findet belastendes Material: Intimfotos von schlafenden Mädchen.

Diese Therapeutin sagt beim Prozessauftakt im Januar 2022 aus: „Wir haben heute eine Zeugin gehört, die davon berichtet hat, dass das Kind ihr erzählt habe, dass der Angeklagte ihr und einem weiteren Kind Pornofilme und Horrorfilme gezeigt haben soll.“

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Beweis an Körper des mutmaßlichen Täters Michael B., der ihn überführen könnte

Daraufhin hat insbesondere das geschädigte Kind große Angst bekommen und hat Nachts Schutz gesucht. Im Bett des Angeklagten! Was für eine schreckliche Vorstellung, dass ein verängstigtest Kind Schutz bei einem mutmaßlichen Sexualstraftäter sucht.

Als Tatort soll für die Missbräuche nicht nur die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung gedient haben. Der Angeklagte soll auch Kinder mit zu sich nach Hause genommen haben. Dabei soll es auch zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.

Zu all den Vorwürfen schweigt Michael B. Doch es gibt einen Beweis, der ihn überführen könnte: Auf den Missbrauchsfotos ist eine Narbe am linken Zeigefinger des mutmaßlichen Täters zu sehen. Ein Gutachter hat bereits vor Gericht bestätigt, dass diese Narbe beim Angeklagten Michael B. zu finden sei. Ein Urteil in dem Fall soll noch im Februar fallen. Michael B. drohen dann bis zu sieben Jahre Haft. (jmu)