Besitzer erlebte Unfall des Mädchens (†13) hautnah mit

Tod in der Trampolinhalle: Unfall passierte wohl nicht auf Trampolin

19. Februar 2020 - 13:05 Uhr

Unfall passierte nicht auf dem Trampolin

Noch immer ist unklar, wie es zum Unglück in einer Trampolinhalle in Bern-Belp (Schweiz) kam, bei dem ein 13-jähriges Mädchen starb. Das Kind war nach einem Sturz in der Halle am vergangenen Sonntag schwer verletzt ins Krankenhaus gekommen und erlag dort nach Polizeiangaben am Freitag seinen Verletzungen. Der Besitzer der "BounceLab"-Trampolinhalle, Marcel Meier, erlebte das Unglück hautnah mit. Im RTL-Interview erklärte er nun, der Unfall sei nicht auf einem Trampolin passiert. Wie er als Ersthelfer den Vorfall erlebt hat, erzählt er im Video.

Betreiber der Trampolinhalle leistete sofort erste Hilfe

Marcel Meier, der Besitzer der Trampolinhalle in Belp
Marcel Meier, der Besitzer der Trampolinhalle, was als zweiter nach dem Unfall bei dem Mädchen und leistete erste Hilfe.
© RTL

Das Mädchen sei "gestolpert, gestürzt und unglücklich aufgeschlagen", so Meier. "Die Bilder gehen mir nicht mehr aus dem Kopf", schildert der 51-Jährige auch dem Newsportal "20 Minuten". Die 13-Jährige sei mit einer gleichaltrigen Freundin da gewesen - ohne Eltern. Nach RTL-Informationen waren die beiden Mädchen alleine zur Trampolinhalle gekommen und wollten nicht lange bleiben, etwa eine Stunde.

Der 51-Jährige kann immer noch nicht richtig fassen, wie das in seiner Halle passieren konnte. "Das ist ein Kind", sagt er im RTL-Interview. Fünf Sekunden vorher hätten die Mädchen noch gelacht und Spaß gehabt, dann, von einem Moment auf den anderen, verletzte sich die 13-Jährige so schwer, dass sie nie wieder lachen wird.

Er sei die zweite Person an der Unfallstelle gewesen, erzählt der Betreiber der Trampolinhalle. "Da funktionierst du nur noch", erinnert er sich. Noch schlimmer war für ihn aber der Moment, als er erfuhr, dass das Mädchen im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen ist. "In dem Moment, wo dir das mitgeteilt wird, willst du natürlich die Uhr anhalten", erzählt Meier. Er habe inzwischen auch mit der Familie des Mädchens telefoniert, um seine Unterstützung anzubieten.

Die 13-Jährigen kamen ohne Aufsichtsperson in die Halle

"BounceLab"-Trampolinhalle in Bern-Belp (Schweiz)
Bei einem Unglück in der "BounceLab"-Trampolinhalle in Bern-Belp (Schweiz) ist ein 13-jähriges Mädchen ums Leben gekommen.
© Youtube/BounceLab

Meier legt großen Wert auf Sicherheit. Jedem Besucher, der zum ersten Mal kommt, werden die Regeln in der Trampolinhalle persönlich erklärt. Kinder bis acht Jahre dürfen nur in Begleitung von Erwachsenen springen. Aber das Opfer war schon 13 und durfte darum auch ohne Aufsicht in die Halle kommen. Er habe gut geschulte Mitarbeiter, die sofort eingreifen würden, wenn etwas schiefliefe. "Pro 50 Gäste muss ein Mitarbeiter in der Halle sein", erklärt er.

Verhindern konnte das den Unfall jedoch nicht. Der Betreiber erklärte nun, dass er sich mit seinen Mitarbeitern zusammensetzen wolle, um zu überlegen: "Was können wir tun, um auch dieses Restrisiko noch kleiner zu halten?" Das Sicherheitskonzept in der Halle würde ständig überarbeitet.

Trampolinhalle in der Schweiz nach Unglück weiterhin geöffnet

Die Trampolinhalle war auch am Tag nach dem Tod des Mädchens geöffnet. "Wir haben sofort geschaut, ist sicherheitstechnisch was nicht in Ordnung", erklärt der Betreiber. Das sei nach ihrer Analyse nicht der Fall gewesen, darum hätte er zusammen mit seinem Team beschlossen, weiterzumachen. Er hofft, dass seine Mitarbeiter den schrecklichen Unfall besser verarbeiten können, wenn alle sofort wieder an die Arbeit gehen.

Zu den Umständen des Unfalls will die Berner Kantonspolizei keine weiteren Angaben machen. "Wie genau sich das zugetragen hat, dazu kann ich noch nicht genauer Stellung nehmen", erklärte Ramona Mock, Sprecherin der Kantonspolizei Bern. Die Ermittlungen zu dem Unfall würden noch laufen. Die "BounceLab"-Trampolinhalle will sich am Dienstag in einer Pressemitteilung zu dem Unglück äußern.

Wie sie beim Trampolin-Springen in einem "Jump House" fiese Verletzungen vermeiden, erklären wir Ihnen hier.