Legal oder illegal gebaut?: Familie Krause verzweifelt! Behörden-Wahnsinn um Wintergarten
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Viel Ärger um elf Quadratmeter! Wegen ihres Wintergartens hat Familie Krause aus Krefeld immer wieder Stress mit der Baubehörde. Die große Frage: War der Bau des zusätzlichen Raumes legal? Das jahrelange Hin und Her wird jetzt vor Gericht ausgetragen.
Eigentlich könnte bei Anke und Rico Krause alles perfekt sein. Ein Einfamilienhaus, ein gepflegter Vorgarten, ein gemütlicher Wintergarten in Krefeld in NRW. Aber die scheinbare Idylle trügt:
Anke Krause, Hausbesitzerin: „Dieser jahrelange Streit, das macht mich fertig."
2014 kaufen die Krauses das Haus von Bekannten – da gibts schon einen Wintergarten. Der laufende Bauantrag dafür sei reine Formsache, heißt es. Also ab ins neue Heim! Doch Monate später kommt dann die Hiobsbotschaft vom Bauamt: Der Wintergarten sei illegal, denn er liege auf einer privaten Grünfläche und das verstoße gegen den Bebauungsplan.
Rico Krause, Hausbesitzer: „Da fing das Drama an, der Bestandsschutz ist verloren gegangen und die Stadt wollte definitiv, dass das wieder wegkommt. Mit Abrissverfügung, mit Nutzungsuntersagung, mit Beugegeldern, mit Strafgeldern haben wir uns da fünf Jahre über Wasser gehalten."
2019 ist dann Schluss mit lustig: Mitarbeiter der Stadt fordern schnellstmöglich den Abriss, haben aber ein skurilles Gegenangebot: Nach dem Abbau könne der Wintergarten angeblich sofort wieder aufgebaut werden, ganz legal.
Anke Krause, Hausbesitzerin: „Deswegen habe ich auch dreimal nachgefragt: 'Wirklich, brauchen wir das nicht schriftlich?' 'Nein, nein, Sie brauchen das nicht schriftlich.' Und das ist das, was mich so ärgert. Ja, er hätte doch sagen können: 'Ja , Sie müssen es trotzdem. Kommen Sie zum Bauamt.' Wir hätten es sofort gemacht."
Und genau das soll den Krauses noch zum Verhängnis werden. Dabei scheuen sie keine Kosten – bauen den Wintergarten, so wie die Behörde es verlangt hat, komplett einmal ab und dann wieder auf für satte 7.500 Euro. Damit sollte die Sache gegessen sein.
Aber Anfang 2025, also sechs Jahre später, meldet sich dann plötzlich wieder die Stadt Krefeld. Jetzt soll der neue Wintergarten doch wieder weg – oder es drohe ein Zwangsgeld von 2.000 Euro.
Rico Krause, Hausbesitzer: „Und in diesem Schreiben stand auch drin, dass bei einer Ortsbesichtigung an dem und dem Datum der Außendienstmitarbeiter festgestellt hat, dass der Wintergarten wieder aufgebaut wurde. Dann habe ich mir gesagt: 'der Außendienstmitarbeiter?' Wir hatten keine Informationen, dass überhaupt jemand kommt."
Und tatsächlich: die Überwachungskamera filmt, wie ein Mitarbeiter der Stadt einfach so und ohne Anmeldung das Grundstück betritt. Für die Stadt eine Routinekontrolle, für die Eheleute Hausfriedensbruch.
Anke Krause, Hausbesitzerin: „Und wenn man dann überlegt, dass einfach jemand hier auf das Grundstück kommt, das ist das also grauenhaft. Das ist wirklich grauenhaft."
Die Stadt selber äußert sich nicht zu dem Fall. Der Streit wird mittlerweile vor Gericht ausgetragen.
Marcus Gentz, Rechtsanwalt: „Ich verstehe die Haltung der Stadt Krefeld nicht. Wenn man unbescholtene Bürger in Sicherheit wiegt und dann Jahre später wieder in eine Zwangsvollstreckungslage bringt, nämlich diesen Wintergarten wieder abzubauen, kann ich nicht nachvollziehen."
Die Krauses setzen jetzt alles auf das Oberverwaltungsgericht in Münster und hoffen auf Gespräche mit der Stadt, um doch noch eine diplomatische Lösung zu finden. Ganz schön viel Lärm – um einen kleinen Ort, an dem die Familie einfach nur ihre Ruhe genießen will.

