15. Mai 2019 - 17:10 Uhr

Droht die Krebsgefahr auch den Kunden?

Für Mitarbeiter in Nagelstudios steigt das Risiko enorm, an Hautkrebs, Leukämie und Lymphdrüsenkrebs zu erkranken. Das fanden Forscher der University of Colorado unter der Leitung von Dr. Lupita Montoya heraus. Nach über 20 Jahren im Job kann sich das Krebsrisiko um bis zu einem Hundertfachen erhöhen. Die Wissenschaftler haben sechs Nagelstudios untersucht und giftige Stoffe wie Formaldehyd in der Raumluft gefunden. Droht die Gefahr auch den Kunden?

Es muss bessere Richtlinien zum Schutz der Mitarbeiter geben

Dr. Montoya widmete sich der Thematik, weil sie sich nach einem Besuch im Nagelstudio aufgrund des engen Raums und der schlechten Belüftung um die Gesundheit der Mitarbeiter sorgte. 2017 begann sie, in sechs Studios in Colorado den Gehalt von Formaldehyd, Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol in der Raumluft zu überprüfen. Im Vorhinein war bereits bekannt, dass diese Chemikalien negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können, eindeutige Beweise gab es dafür jedoch nicht – bis zur Auswertung der Studie. "Die Studie liefert einige der ersten Beweise dafür, dass diese Umgebung für die Arbeitnehmer gefährlich ist und dass es bessere Richtlinien zum Schutz der Mitarbeiter geben muss", so Montoya laut "Forbes".

70 Prozent der Nageldesigner litten unter gesundheitlichen Problemen

Die Studie ergab, dass das übermäßige Einatmen von Benzol und Formaldehyd über mehr als 20 Jahre einen Einfluss auf das Krebsrisiko hat, vor allem für Haut- und Lymphdrüsenkrebs. Das Risiko, an Leukämie zu erkranken, lag bei einigen Mitarbeitern bei über einem Hundertfachen des Normalwerts. Nageldesigner arbeiten laut der Studie durchschnittlich 52,5 Stunden pro Woche, im Ausnahmefall sogar bis zu 80 Stunden. 70 Prozent der Mitarbeiter litten unter gesundheitlichen Problemen wie Augen- und Hautjucken sowie Kopfschmerzen.

„Kunden verbringen einen Bruchteil der Zeit im Vergleich zu Arbeitern dort“

Kunden, die nur wenig Zeit im Nagelstudio verbringen, sind von den Ergebnissen nicht betroffen: 
"Es hängt wirklich davon ab, wie viel Zeit sie in dieser Umgebung verbringen. Kunden verbringen einen Bruchteil der Zeit im Vergleich zu Arbeitern dort. Wenn sie nicht an schwerwiegenden Allergien oder Asthma leiden, gibt es für Kunden nicht viel zu befürchten", sagt Montoya. Das bestätigt auch Mediziner Brian Christman: "Weil Kunden den Chemikalien nur kurz ausgesetzt sind, ist das Risiko sehr gering. Ich sorge mich viel mehr um die Mitarbeiter, die dort mehrere Stunden am Tag verbringen".

Im Video: 10 Schritte bis zur perfekten Maniküre

Wer sich vorsichtshalber den Besuch im Nagelstudio ersparen möchte, bekommt mit unseren Tipps auch zu Hause eine tolle Maniküre hin.