Die Qual der Namenswahl

11 Tipps, wie Sie den richtigen Vornamen für Ihr Baby finden

Werdende Eltern suchen Babynamen: Schwangere Frau und ihr Partner schreiben Vornamen-Ideen in ein Notizbuch
Wie soll unser Kind heißen? Schreiben Sie Ihre Babynamen-Ideen auf und besprechen Sie sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin
Konstantin Postumitenko, iStockphoto

"Wie soll das Baby denn heißen?" ist meist die erste Frage, die einem gestellt wird, wenn sich das Bäuchlein unübersehbar zu wölben beginnt. Tja, keine leichte Aufgabe, denn Kind und Eltern muss der Vorname ein ganzes Leben lang gefallen. Oft kommt es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Paaren und sogar die Verwandtschaft mischt sich in das schwierige Unterfangen ein. Jeder gibt seinen Senf dazu und hat natürlich den perfekten Vornamen für Ihr Baby parat. Aber davon sollten Sie sich auf keinen Fall aus der Ruhe bringen lassen – am Ende ist nur Ihre Meinung wichtig.

Wenn Sie kurz vor der Geburt immer noch keinen passenden Namen gefunden haben, liefern diese Tipps zur Namensfindung sicherlich eine kleine Entscheidungshilfe.

1. Namensfavoriten aufschreiben und mit Partner oder Partnerin vergleichen

Der Name Ihres Babys muss nicht Ihrer gesamten Sippe gefallen, aber zumindest mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin sollten Sie sich einig werden. Das birgt häufig Konfliktpotential. Machen Sie sich deshalb erst einmal getrennt eine Liste mit Ihren Favoriten. Beim Vergleichen werden Sie schnell erkennen, ob Sie einen ähnlichen Geschmack haben oder Kompromisse eingehen müssen – und in welcher Richtung solch ein Kompromiss liegen könnte.

2. Traditionelle Namen aus der Familie erwägen

Beziehen Sie ruhig Familientraditionen in die Namensauswahl mit ein. Zwar ist es nicht mehr unbedingt zeitgemäß, dem Erstgeborenen den Vornamen des Vaters zu geben. Im Stammbaum finden sich aber vielleicht manche Vornamen, die heute wieder angesagt sind, beispielsweise Paul oder Greta. Manchmal machen sich die traditionellen Namen auch als Zweitnamen gut.

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3. An die Verbindung zwischen Vor- und Nachnamen denken

Der Vorname muss Ihnen nicht nur gefallen, ganz wichtig ist auch, dass er sich mit Ihrem Nachnamen verträgt, unter anderem in Bezug auf Aussprache und Klang. Wenn der Nachname bereits viele Silben hat, vermeiden Sie einen Vornamen mit ebenfalls vielen Silben zu wählen. Beide Namen sollten sich auch nicht reimen, sonst klingt es schnell wie gewollt und nicht gekonnt, beispielsweise Noah Oberloher.

Eine besondere Herausforderung kann es sein, wenn Sie verschiedene kulturelle Hintergründe oder Einflüsse in einem Namen verbinden möchten, etwa um der ganzen Familie gerecht zu werden. So kann bei einem „exotischen“ Vornamen, zum Beispiel mit englischer Aussprache, der Übergang zu einem typisch deutschen Nachnamen wie Müller oder Schmidt recht holprig wirken. Aber keine Sorge, auch hier finden Sie sicher einen guten Kompromiss, sodass Vorname(n) und Nachname eine harmonische Einheit bilden.

Eine weitere Empfehlung: Schauen Sie auf die Anfangsbuchstaben von Vor- und Nachname und bedenken Sie, ob die Initialen für eine andere Bedeutung bekannt sind, mit der das Kind lieber nicht in Verbindung gebracht werden soll.

4. Geschwisternamen im Hinterkopf behalten

Großer Bruder küsst Baby auf den Kopf
Hat Ihr Baby schon große Geschwister? Dann sollten die Vornamen gut zusammenpassen.
www.imago-images.de, imago images/Westend61, Oscar Carrascosa Martinez via www.imago-images.de

Wenn Sie nicht Ihr erstes Kind erwarten, sollten Sie darauf achten, dass die Vornamen der (zukünftigen) Geschwister miteinander harmonieren. Einige Eltern setzen auf gleiche Anfangsbuchstaben, was eine gewisse Zusammengehörigkeit symbolisiert. Das sollten Sie aber nicht erzwingen, wenn Sie keinen zweiten Namen mit dem gleichen Anfangsbuchstaben finden, der Ihnen gut gefällt. Wichtiger ist, dass Sie zum Beispiel bei der Namensherkunft und -aussprache konsequent bleiben. So wären etwa ein sehr traditioneller hochdeutscher Name für das erste Kind und ein sehr moderner, englischer Name für das zweite Kind nicht ideal.

Lese-Tipp: Geschwister-Namen – welche Vornamen passen zusammen?

5. Die Namensbedeutung nachschlagen

An dieser Stelle können Sie eigentlich nicht viel falsch machen, denn auf die eine oder andere Weise hat so ziemlich jeder Vorname eine schöne Bedeutung. Manchmal gibt die Symbolik hinter einem Namen für Eltern aber den letzten Ausschlag bei der Wahl, zum Beispiel weil sie besonders gut zur Familiengeschichte passt oder einen Wunsch der Eltern für das Baby verkörpert. So sind beliebte Namensbedeutungen Liebe, Glück, Hoffnung, Wunder, Schönheit oder auch Sonne.

Schlagen Sie in unserem Vornamen-Lexikon einfach Ihre Namensfavoriten nach und erfahren Sie mehr über ihre Herkunft und Bedeutung.

6. Mögliche Spitznamen bedenken

Ein Spitzname lässt sich nicht verhindern. Und sind wir mal ehrlich: Kinder können grausam sein! Um zu vermeiden, dass Ihr Kind später mit hässlichen Spitznamen betitelt wird, sollten Sie alle möglichen Varianten durchgehen: Wie lässt sich der Name abkürzen? Kann man daraus schweinische Namen machen? Klingen die Spitznamen altbacken?

Gehen Sie alles in Ruhe durch. Auch wenn man nie weiß, auf welche skurrilen Spitznamen Kinder noch so kommen können, schließen Sie das Offensichtliche einfach schon mal aus.

7. Die Häufigkeit des Namens auf Hitlisten prüfen

Trendnamen sind schön – sonst wären sie ja nicht so beliebt. Ein Trendname bringt aber auch mit sich, dass Ihr Kind in seinem Jahrgang viele Namenszwillinge haben wird. Ob Sie das gut finden oder lieber vermeiden möchten, liegt natürlich bei Ihnen – aber bedenken Sie es und entscheiden sich bewusst, anstatt später von so vielen gleichen Namen überrascht zu werden.

Lese-Tipp: Das waren die beliebtesten Vornamen 2021 in Deutschland

8. Vorsicht bei ungewöhnlichen Namen

Kleines Kind schaut überrascht, mit weit aufgerissenen Augen in die Kamera.
Über manch eine skurrile Namensidee kann man sich nur wundern.
Getty Images/iStockphoto, EvgeniiAnd

Fast könnte man sagen, dass der Kreativität bei der Namenswahl keine Grenzen gesetzt sind – aber auch nur fast. Deutsche Standesämter haben nämlich das Recht, Vornamenswünsche von Eltern abzulehnen, wenn sie Bedenken um das Wohl des Kindes haben. Ein Beispiel: Lucifer.

Lese-Tipp: Diese skurrilen Vornamen haben deutsche Standesämter abgelehnt

Doch auch wenn von Seiten des Standesamts nichts gegen Ihren fantasievollen Namenswunsch spricht, sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie Ihrem Kind damit einen Gefallen tun. Durch einen derart extravaganten Namen könnte es schnell in eine Außenseiterrolle gedrängt werden.

9. Die Schreibweise nicht zu kompliziert gestalten

Auch der Kompromiss, einem beliebten Namen dann wenigstens eine ungewöhnliche Schreibweise zu verpassen, ist mit Vorsicht zu genießen. Denn diese muss später bei der Namensnennung auch immer mitbuchstabiert werden.

10. Den Namen laut aussprechen

In Gedanken „ausgesprochen“ hört sich einiges anders an, als wirklich ausgesprochen. Sagen Sie Ihre Favoriten immer wieder laut auf. Können Sie sich vorstellen diesen Namen Ihr Leben lang zu sagen, zu rufen und manchmal auch zu schreien? Perfekt, dann sind Sie schon mal einen großen Schritt weiter gekommen auf dem Weg, den perfekten Namen für Ihr Kind zu finden.

11. Den oder die Namensfavoriten geheim halten

Behalten Sie Ihre engere Namensauswahl bis zur Geburt für sich. So gehen Sie allen aus dem Weg, die ihren Senf ganz sicher zur Namenswahl dazu geben wollen. Das würde Sie in Ihrer Wahl nur verunsichern oder beeinflussen. Der ein oder andere mag sich dadurch persönlich angegriffen fühlen, schließlich möchten ja alle an Ihrem Glück teilhaben. Aber wenn Sie einfach sagen, sie möchten gerne alle überraschen, lässt sich dieses Problem schon aus der Welt schaffen. Überlegen Sie lieber als Paar, welche Vornamen in Frage kommen und welche Sie persönlich schön finden. Es wird schwierig genug, zu zweit auf einen Nenner zu kommen.