Ein Baum stürzte auf ein Cabrio

Tief "Daniel" fegt über Norddeutschland: Zahlreiche Sturmeinsätze und ein Toter

Sturmtief im Norden
Sturmtief im Norden
© dpa, Volker Bartels, len lop

02. Dezember 2021 - 7:28 Uhr

Lange Nacht für Polizei und Feuerwehr

Schwere Sturmböen haben am Mittwoch und bis zum frühen Donnerstagmorgen über dem Norden Deutschlands gewütet. Feuerwehr und Polizei mussten zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. In Niedersachsen starb ein Mann in seinem Auto.

Niedersachsen: Autofahrer stirbt durch umgestürzten Baum

Am Mittwochabend kippte auf der B4 in der Nähe vom niedersächsischen Wesendorf ein entwurzelter Baum auf ein Auto - ein Cabrio mit Stoffdach, wie die Polizei mitteilte. Der Baum traf den 63-Jährigen Fahrer auf dem Kopf. Er starb noch am Unfallort. Sein 35-jähriger Sohn kam mit leichten Verletzungen davon.

In und um Oldenburg sorgte das Sturmtief für knapp 40 Einsätze, bei denen es nach Angaben einer Polizeisprecherin aber nur zu Sachschäden kam.

In Ostfriesland fielen wegen des Sturms einige Fährverbindungen aus - etwa auf den Linien vom Festland nach Norderney, Baltrum und Langeoog. Auch die kleineren Schnellfähren mussten in den Häfen bleiben.

Bremen: Weihnachtsmärkte frühzeitig geschlossen

01.12.2021, Bremen, Bremerhaven: Ein Parkplatz ist überflutet. Sturmtief Daniel beschert vor allem Norddeutschland am Abend stürmisches Wetter. An der Küste sind Orkanböen möglich. Foto: -/Nord-West-Media TV/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Parkplatz in Bremerhaven ist überflutet.
© dpa, -, sb

Auch in Bremerhaven zählte die Polizei etwa 40 Einsätze. Am Abend trat das Wasser über die Hafenmauern und reichte bis fast an die Häuser. In Bremen-Borgfeld stürzte ein großer Weihnachtsbaum um. Verletzt wurde aber niemand. Wegen des Sturm wurden Weihnachtsmärkte in Bremen und Bremerhaven vorzeitig geschlossen. "Budenzauber und 'Daniel' passen nicht zusammen", teilte die Stadt Bremerhaven auf ihrer Website mit. Ein sicheres Erlebnis sei nicht möglich.

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In Hamburg blieb die Lage überschaubar

02.12.2021, Hamburg: Der Hamburger Fischmarkt ist überflutet. Schwere Sturmböen haben vom späten Mittwochabend bis zum frühen Donnerstagmorgen vor allem im Norden Deutschlands für zahlreiche Feuerwehr- und Polizeieinsätze gesorgt. Foto: Steven Hutchi
Der Hamburger Fischmarkt wurde überflutet.
© dpa, Steven Hutchings, ost

Die Hamburger Feuerwehr verzeichnete bis zum frühen Abend 36 Sturmeinsätze, die nach Angaben des Lagedienstes von heruntergefallenen Ästen über herumfliegende Planen bis zu umgestürzten Baugerüsten reichten. Auf den Gleisen der U3 zwischen Kellinghusenstraße und Saarlandstraße blockierte ein umgestürzter Baum den Zugverkehr.

Der Hamburger Dom schickte wegen des Sturms die Besucher früher nach Hause. "Liebe DOM-Fans, der Winterdom muss für heute leider aufgrund des Sturms schließen. Morgen um 15 Uhr geht's weiter", hieß es auf der Facebookseite des Veranstalters.

Insgesamt sei die Lage jedoch überschaubar gewesen, hieß es vom Lagedienst. Verletzt worden sei niemand. Die Nacht blieb trotz leichten Hochwassers und weiteren kleineren Einsätzen wegen umgestürzter Gegenstände ruhig, wie der Sprecher des Lagezentrums am frühen Donnerstagmorgen sagte.

Umgestürzte Bäume und Sachschäden in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein sorgten Sturmböen für umgestürzte Bäume auf Fahrbahnen und umgefallene Gegenstände wie Absperrgitter, wie ein Sprecher sagte. Verletzte gab es demnach nicht. Allein im Süden des Landes mussten die Einsatzkräfte fast 180 Mal ausrücken, teilte der dortige Sprecher der Leitstelle mit. Auf der A1 zwischen Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) und dem Autobahnkreuz Bargteheide müsse nach einem Lkw-Unfall noch das Fahrzeug geborgen werden. Aufgrund des starken Windes war dies am Mittwochabend nicht möglich gewesen. Die Bergung werde auf den Donnerstagvormittag verlegt, hieß es weiter. (dpa/lzi)