Dreifache hochschwangere Mutter sitzt seit September in Untersuchungshaft

Hamburg: Urteil gegen mutmaßliche IS-Rückkehrerin erwartet

Am Dienstag wird das Urteil gegen die mutmaßliche IS-Rückkehrerin erwartet. Foto:dpa
Am Dienstag wird das Urteil gegen die mutmaßliche IS-Rückkehrerin erwartet. Foto:dpa
© dpa, Christian Charisius, chc wst

07. Dezember 2021 - 7:37 Uhr

24-jährige hatte bestritten, IS-Mitglied zu sein

Im Prozess gegen eine mutmaßliche Anhängerin der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) wird am Dienstagmorgen das Urteil des Hanseatischen Oberlandesgerichts erwartet. Die 24 Jahre alte Angeklagte hatte zum Prozessauftakt Anfang November bestritten, IS-Mitglied gewesen zu sein. Sie sei nur ihrem inzwischen verstorbenen Mann nach Syrien nachgereist und habe dort als Mutter und Hausfrau gelebt, erklärte sie.

Vorwurf: Anschluss an Terrororganisation

Die Generalstaatsanwaltschaft beantragte eine Jugendstrafe von drei Jahren. Die Verteidigung forderte Freispruch. Der gebürtigen Hamburgerin mit deutsch-ghanaischer Staatsangehörigkeit wird vorgeworfen, sich im September 2014 der Terrororganisation in Syrien angeschlossen zu haben. Der IS habe ihr eine monatliche Zuwendung gezahlt.

Mit Sturmgewehr posierte sie für Propaganda-Fotos

Die gebürtige Hamburgerin soll mit ihrem inzwischen verstorbenen Ehemann in der IS-Hochburg Rakka gelebt haben. Von der Terrororganisation IS habe sie monatlich Geld bekommen. Auch habe sie mit der Flagge des IS und einem Sturmgewehr für Propaganda-Fotos posiert. 2015 und 2017 bringt die junge Frau Söhne auf die Welt. Die beiden soll sie im Sinne der Ideologie des IS erzogen haben.

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Seit September hochschwanger in Untersuchungshaft

Anfang 2019 wurde die Angeklagte von kurdischen Sicherheitskräften festgenommen und später von türkischen Kräften aufgegriffen. Im Mai 2020 wurde sie mit ihren inzwischen drei Kindern nach Deutschland überstellt. Seit Ende September sitzt die dreifache und nach eigenen Angaben wieder hochschwangere Mutter in Untersuchungshaft. Am Dienstag morgen wird nun das Urteil am Oberlandesgericht in Hamburg erwartet. (dpa/kst)