28. April 2019 - 10:36 Uhr

Das Phänomen: Gleichzeitig schwanger werden

Na, auch schon mal die Periode zur gleichen Zeit wie die beste Freundin gehabt? Oder sogar schon mal gleichzeitig schwanger gewesen?

Das passiert nämlich immer wieder. Wie bei sechs Handballerinnen vom MTSV Schwabing aus München, die eng befreundet und jetzt alle gleichzeitig schwanger sind, neun schwangeren Krankenschwestern aus Oregon, die alle auf einer Station arbeiten oder Sila Sahin, die den gleichen errechneten Geburtstermin wie ihre ebenso schwangere Freundin hat. Aber: Ist das medizinisch erklärbar oder einfach nur ein krasser Zufall? Wir haben bei einer Gynäkologin nachgefragt.

Einschätzung einer Frauenärztin

"Rein körperlich gibt es keine Erklärung dafür, wenn Frauen gleichzeitig schwanger werden. Das ist tatsächlich reiner Zufall", erklärt Dr. Sheila de Liz, Frauenärztin und Autorin des Buches "Unverschämt: Alles über den fabelhaften weiblichen Körper" im RTL.de-Interview.

"Auf der anderen Seite scheint es psychologische Kräfte zu geben, die verursachen, dass Frauen, die sich nahestehen, anfangen, ähnliche Menstruationszyklen zu haben. Das geht aber nicht sofort, sondern stellt sich mit der Zeit so ein."

Synchronisation der Menstruation durch Pheromone

Daran könnten aber auch die sogenannten Pheromone Schuld sein. Pheromone sind Lockstoffe. Im Gegensatz zu den Hormonen bewegen sie sich nicht mithilfe des Blutkreislaufs fort, sondern werden über die Luft übertragen, zum Beispiel über Achselschweiß. Sie sind sozusagen "soziale" Hormone, die wir Menschen verströmen und mit denen wir andere Menschen unbewusst "beeinflussen" können – wie auch den Zyklus einer Frau.

Pheromone findet man hauptsächlich in der Tierwelt. Einige Tierarten, wie zum Beispiel die Weibchen einer Mottenart, benutzen Pheromone, um Männchen anzulocken. Sie helfen den Tieren also bei der Partnerfindung, werden aber auch zur Revierabgrenzung und zur Nahrungsbeschaffung eingesetzt.

Übrigens: Ergebnisse einiger Studien zeigen auch, dass die Synchronisation nicht die Menstruation, sondern den Eisprung betrifft.

Im Video: Die vier Phasen des weiblichen Zyklus

Uneinigkeit in der Wissenschaft

Einig darüber, ob die Pheromone wirklich dazu führen, dass sich die Eisprünge synchronisieren, ist sich die Wissenschaft aber nicht. Laut Sheila de Liz gibt es nämlich auch Studien, die Zyklen anhand einer App beobachten und herausgefunden haben, dass sich die Abstände der Zyklen bei engen Freundinnen noch vergrößern.

Das Fazit der Expertin: "Schlussendlich ist es so, dass die Wissenschaft einerseits sagt, dass eine Synchronisation nicht sein kann, es aber Scharen von Frauen gibt, die berichten, dass es bei Ihnen Gemeinsamkeiten gibt."

Im Video: Tipps, um schneller schwanger zu werden

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