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Survival-Experte erklärt: So überlebt man 34 Tage im Dschungel

Mutter und Kinder in Kolumbien gerettet

Survival-Experte erklärt: So überlebt man 34 Tage im Dschungel

Kolumbien: Mutter spricht über ihre Rettung Familie im Dschungel vermisst
01:29 min
Familie im Dschungel vermisst
Kolumbien: Mutter spricht über ihre Rettung

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Im Video: Mutter erzählt, was sie und ihre Kinder durchgemacht haben

34 Tage lang überlebte eine Mutter mit ihren drei Kindern in Kolumbien im Dschungel. Völlig abgemagert wurde die Familie schließlich durch puren Zufall entdeckt. Im Video erzählt die Mutter, wie sie sich verliefen und wie sie am Ende gerettet wurden. Lange hätten die vier nicht mehr überlebt. Auch Survival-Experte Roger Meyer ist sich sicher, dass Maria Oliva Perez und ihren Kindern nur noch wenige Tage geblieben wären.

Kälte, Stress, Hunger und Angst

Survival-Experte Roger Meyer
Survival-Experte Roger Meyer weiß, wie schnell es passieren kann, dass man sich im Dschungel verläuft.
RTL

„In der Regel sagt man, man kann drei Tage ohne Wasser auskommen und 30 Tage ohne Essen“, erklärte er im RTL-Interview. Die kolumbianische Familie war völlig entkräftet und abgemagert, als sie gefunden wurden. Sie waren außerdem verletzt und konnten nicht mehr weiterlaufen.

„Die Füße sahen schon sehr schlecht aus“, meint auch der Experte, nachdem er die Bilder der Geretteten gesehen hat. „Wenn man merkt, die Füße tragen einen nicht weiter, kann man eigentlich nur noch warten und sitzen“, erklärt er. Meyer weiß, was die Familie durchgemacht hat: Kälte, Stress, Hunger und Angst vor wilden Tieren.

„Nach drei Tagen nimmt das Hungergefühl erst mal weitgehend ab“, erklärt der Experte. Das ändere sich aber nach etwa sieben wieder. Dann bekäme man plötzlich wieder starken Hunger. Dann aber einfach irgendwelche Beeren und Pflanzen zu essen, sei keine gute Idee, wenn man sich nicht auskennt. Denn die könnten giftig sein.

Wie sollte man sich in so einer Situation am besten verhalten?

Im Dschungel kann man sich sehr leicht verirren, weiß der Survival-Experte. Es könne also passieren, dass man nur zehn Meter geht, sich umdreht und schon nicht mehr weiß, wo man hergekommen ist. „Alles sieht gleich aus“, erklärt Meyer. Man könne in diesem Fall auch von sogenannter „Buschblindheit“ sprechen. Man höre auch Geräusche oder Stimmen seiner Begleiter noch, im dichten Dschungel sei das aber schwer, genau zu bestimmen, woher die kommen. Die Geräusche würden sich im Dschungel regelrecht verteilen.

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Langsam laufen, um Orientierung zu behalten

Dschungel Kolumbien
Nach 34 Tagen im Dschungel wurden die 40-jährige Mutter und ihre drei Kinder (10, 12 und 14 Jahre) gerettet.
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Der Experte empfiehlt daher, lieber langsam, dafür aber sicher durch den Dschungel zu laufen. Man solle sich alle paar Meter hinhocken und unter dem Gestrüpp nach Orientierungspunkten auf dem Boden suchen, um so die Richtung nicht zu verlieren.

Wenn man sich schon im Dschungel verlaufen hat, sollte man darauf achten, genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, rät der Experte. Wer überleben will, sollte seinen Wasserhaushalt in Ordnung halten. Der zweite Tipp des Experten: Bäche oder Wasserläufe suchen und ihnen folgen. Denn die führen früher oder später zu größeren Flüssen und dort sei die Wahrscheinlichkeit größer, auf Menschen zu treffen.