Großaufgebot in Flüchtlingsheim

Suhl: Asylbewerber wehren sich gegen Corona-Quarantäne - Polizei verlegt 17 Randalierer

Mehrere Polizei-Hundertschaften waren in der Unterkunft in Suhl im Einsatz.
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17. März 2020 - 20:44 Uhr

Großteil der Bewohner reagiert friedlich

Polizei-Großeinsatz in der Flüchtlings-Erstaufnahmestelle in Suhl. 533 Bewohner stehen seit Freitag unter Quarantäne, weil einer von ihnen sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Der überwiegende Teil reagierte gelassen auf die Maßnahme, doch eine kleine Gruppe randalierte tagelang. Jetzt griff die Polizei mit mehreren Hundertschaften und LKA-Spezialkräften durch.

Polizei entschärft Situation mit Gesprächen

"Seit Beginn der Quarantänemaßnahme ist es zu erheblichen Störungen gekommen. Deshalb wurden 17 Personen, die die Quarantäne erheblich gestört haben, jetzt in eine andere Einrichtung verlegt", sagte Patrick Martin von der Landespolizei Thüringen zu RTL. Sie kommen in die ehemalige JVA in Arnstadt, dort wird die Quarantäne weitergeführt.

Bereits am Wochenende hatten Bewohner der Einrichtung versucht, diese trotz Quarantäne zu verlassen, und laut Polizei Gegenstände in Richtung der Einsatzkräfte geworfen. Etwa 15 bis 20 Personen verbarrikadierten am Montag teilweise den Weg zur Kantine, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Außerdem hätten sie Kinder vor sich postiert, um die Polizei auf Distanz zu halten. Den Polizisten gelang es zunächst mit Dolmetschern, die Situation mit Gesprächen zu entschärfen. Am Dienstag fuhr die Polizei mit Wasserwerfern vor, um die Störenfreide heraushzuholen.

Zeugenaussagen, wonach einige der Männer islamistische Symbole und eine islamistische Fahne zeigten, würden derzeit überprüft, hieß es. In diese Ermittlungen sei auch der Staatsschutz eingebunden.

Noch ist unklar, ob Asylbewerber nach Deutschland einreisen dürfen

Flüchtlinge stören Corona-Quarantäne - Polizei greift durch
Die Polizei griff nach tagelangen Störungen im der Flüchtlingsunterkunft in Suhl durch.
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Aufgrund der Quarantäne sollen aktuell keine weiteren Bewohner mehr aufgenommen werden. Die Bundesregierung hat noch nicht entschieden, ob Ausländern, die in Deutschland Asyl beantragen wollen, unter dem seit Montag geltenden Grenzregime noch die Einreise gestattet werden soll. Die Beratungen dazu laufen noch, berichtet die Deutsche Presse-Agentur.