Als Kuscheltiere für Touristen missbraucht

Kurz vor der Einschläferung gerettet: Weiße Löwinnen Alpha & Omega bekommen neues Zuhause

Die weißen Löwinnen Alpha und Omega wurden in Südafrika gerettet
Die weißen Löwinnen Alpha und Omega wurden in Südafrika gerettet
© Global White Lion Protection Trust

28. April 2021 - 11:57 Uhr

Löwenschwestern wurden als Babys von Mutter getrennt

Raubkatzen wie Löwen gehören in die Wildnis, nicht in die Arme von Touristen – auch wenn sie als Babys zuckersüß und kuschelig sind. Die seltenen weißen Löwinnen Alpha und Omega sind ein trauriges Beispiel dafür: Sie mussten ihr Leben lang für Schmuse-Termine, Fotos und Spaziergänge mit Menschen herhalten. Als es schließlich zu einer Tragödie kam, schien das Schicksal der schönen Tiere besiegelt – doch im letzten Moment bekamen die Schwestern eine zweite Chance.

Trotz Todesfall: Löwinnen werden jahrelang ausgenutzt

Alpha und Omega wurden als Junge schon früh von ihrer Mutter getrennt. In Südafrika ist das Kuscheln mit Raubtierbabys eine regelrechte Industrie: Touristen lassen sich von den tapsigen Kleinen verlocken, bezahlen viel Geld dafür, sie einmal auf dem Arm zu halten und sich mit ihnen fotografieren lassen zu können.

Als die Löwenschwestern zu alt dafür wurden, setzte ihr Halter sie für tägliche Spaziergänge mit Besuchern ein. Eines Tages gelang es Alpha und Omega, aus ihrem Gehege auszubrechen. Dabei töteten sie einen Farmarbeiter. Doch obwohl Löwen-Experten wie die Stiftung "Global White Lion Protection Trust" dringend davor warnte, die Raubtiere weiter zu Touristenarbeit zu zwingen, gingen die Touren weiter.

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Rettung im letzten Moment

Weiße Löwinnen Alpha und Omega
In ihrem neuen Zuhause haben die schönen Löwenschwestern jede Menge Platz
© Global White Lion Protection Trust

Die nächste Tragödie war unvermeidlich: Zwei Jahre später töteten die Löwinnen ihren Besitzer bei einem der Spaziergänge. Alpha und Omega drohte die Einschläferung. Doch im letzten Moment schaltete sich der "Global White Lion Protection Trust" ein: "Diese majestätischen Schwestern werden zusammenbleiben, in einem großen, geschützten Gehege in ihrem natürlichen Lebensraum. Wilde Rudel werden sie regelmäßig besuchen, und sie sind umgeben vom natürlichen Ökosystem", so Linda Tucker, Gründerin der Stiftung, im Magazin "People".

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Erst geknuddelt – dann entsorgt

Weiße Löwinnen Alpha und Omega in Südafrika
Alpha und Omega genießen ihr neues Leben ohne Ketten
© Global White Lion Protection Trust

Normalerweise behält die Stiftung keine weißen Löwen bei sich – ihr Hauptziel ist es, ihre geringe Zahl in freier Wildbahn zu schützen und zu vergrößern. Doch Linda hofft, dass die Geschichte von Alpha und Omega als Weckruf dient: "Diese Erst-Streicheln-dann-Töten-Industrie ist eine unglaublich ausbeutende Massenproduktion von süßen Babys, die ihren eingepferchten Müttern nach der Geburt entrissen und von Tourist zu Tourist gereicht werden, um für eine Bezahlung geknuddelt zu werden – und dann entsorgt", stellt sie in "People" klar. "Es ist nicht weniger als eine globale Katastrophe."

Wenigstens für Alpha und Omega ist die Zeit der Ausbeutung jetzt endlich vorbei. Den Rest ihres Löwenlebens dürfen sie so verbringen, wie es von Beginn an hätte sein sollen: ohne enge Leinen und Ketten.

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