Hängen Sie zu oft am Handy?

Studie: Wie viel Smartphone-Zeit der Gesundheit wirklich schadet

Eine neue Studie der Uni Bochum zeigt: Wer weniger am Handy hängt, fühlt sich besser.
Eine neue Studie der Uni Bochum zeigt: Wer weniger am Handy hängt, fühlt sich besser.
© deutsche presse agentur

21. April 2022 - 7:56 Uhr

Sind wir ehrlich: Im Urlaub legen wir alle gern einmal das Handy zur Seite und genießen die Ruhe ohne Whatsapp, Facebook und Co. Laut einer neuen Studie der Uni Bochum sollten wir das aber nicht nur im Urlaub machen. Denn: Wer im Alltag weniger am Handy hängt, dem geht es emotional und körperlich gleich viel besser!

Ist ein Leben ohne Smartphone besser?

Ein vorübergehender Totalverzicht auf das Smartphone und eine Senkung der täglichen Nutzung um eine Stunde können sich einer Studie zufolge positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Das ergab eine Analyse, für die rund 620 Erwachsene im Durchschnittsalter zwischen 20 und 30 Jahren befragt worden waren, wie die Ruhr-Uni Bochum mitteilte. Ein Forscherteam wollte wissen, "ob unser Leben ohne Smartphone tatsächlich besser ist oder vielmehr: Wie viel weniger Smartphone am Tag uns gut tut". Die Untersuchung war zuvor im psychologischen Fachmagazin "Journal of Experimental Psychology" publiziert worden.

Ausgangspunkt der Befragung: Das Smartphone wird nach Uni-Angaben in der Bevölkerung im Schnitt mehr als drei Stunden täglich genutzt. Studien belegten, dass mit intensiver Nutzung sinkende körperliche Aktivität, Nackenschmerzen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder auch suchtähnliches Verhalten einhergehen könnten.

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Handyverzicht steigert das Wohlbefinden

Die Teilnehmer - allesamt mit Smartphone-Nutzungsdauer von mindestens 75 Minuten täglich - waren in drei Gruppen mit je rund 200 Testpersonen unterteilt worden. Eine Gruppe verzichtete eine Woche komplett aufs Handy, die zweite senkte die tägliche Nutzung um eine Stunde, die dritte veränderte nichts. Direkt im Anschluss an die Maßnahme sowie einen Monat und noch einmal vier Monate später befragte das Forscherteam alle Teilnehmenden zu ihren Lebensgewohnheiten und ihrem Befinden.

Ergebnis der Studie, die nicht repräsentativ ist: Sowohl der komplette Verzicht als auch die einstündige Reduktion hatte positive Effekte auf Lebensstil und Wohlbefinden. In der Gruppe mit gesenkter Nutzungszeit hielten sich diese Positiveffekte sogar länger als in der Abstinenzgruppe. Forschungsleiterin Julia Brailovskaia vom Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit bilanzierte: "Langfristig am besten ging es denen, die die Nutzung reduziert hatten." (dpa/lnw/jbü)

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