Studie vom Hamburger UKE liefert neue Erkenntnisse

Selbst milder COVID19-Verlauf kann Spuren an Organen hinterlassen

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Der Haupteingang vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Foto: Sven Hoppe/dpa/Archivbild
deutsche presse agentur

von Anna Schütz und David Meyer-Wilmes

443 ungeimpfte Personen wurden seit Mitte 2020 nach einem milden Verlauf einer Coronainfektion untersucht und mit Nichterkrankten verglichen – heute wurden die Studienergebnisse vorgestellt. Trotz milden Verlaufes konnten nach zehn Monaten der Infektion Anzeichen von mittelfristigen Schäden der Organsysteme Herz, Lunge, Niere und den Beinvenen gefunden werden.

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Hausarztbesuch empfohlen

Die Beeinträchtigung von Organen lange nach der Erkrankung von COVID19 kann also laut der Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) mit der Infektion zusammenhängen. „Inwiefern sich das langfristig mit einem Krankheitswert äußern wird und ob die Patienten dadurch langfristig Beschwerden haben werden, bleibt derzeit offen.“, bestätigte uns Prof. Dr. Raphael Twerenbold aus dem Herz- und Gefäßzentrum des UKE im RTL-Interview. Empfohlen wird sechs bis neun Monate nach der COVID19-Infektion einen Hausarzt aufzusuchen, da bestimmte Organe sich trotz dieser langen Zeit immer noch nicht erholt haben, so Raphael Twerenbold weiter.

Impfen hilft!

„Wichtig ist bei unseren Studienergebnissen zu berücksichtigen, dass die Teilnehmenden noch nicht geimpft waren.“, sagt Raphael Twerenbold, „da zu dem Zeitpunkt der Untersuchung noch kein Impfstoff in Deutschland vorlag“. Diese Nachwirkungen können durch eine Impfung behoben werden. Die Studie zeigt zudem, dass ein milder Verlauf nicht so harmlos sein muss, wie er scheint und so wird dringlichst um Vorsicht gebeten, „vor allem dann, wenn man noch ungeimpft ist!“, bekräftigt Raphael Twerenbold im Gespräch mit der RTL-Reporterin.

Omikron also doch nicht so harmlos?

Die neuartigen Omikron-Variante scheint bis jetzt immer harmloser als andere Varianten zu wirken. Doch gerade „die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, die mehrheitlich mit milderen Symptomen einherzugehen scheint!“, bestätigt nochmals Experte Prof. Dr. Raphael Twerenbold.