Stiftung Warentest

Streichfette im Test: Nur zwei Butter-Alternativen schmieren ab

12. Mai 2020 - 9:46 Uhr

Stiftung Warentest untersucht 23 Streichfette

Streichfett ist eine Kombination aus Butter und Pflanzenöl. Und das soll nicht nur gut schmecken, sondern sich vor allem auch gut verstreichen lassen. Eben ohne dass das Brot bröckelt oder das Knäcke kracht. Aber was ist in den Butter-Alternativen genau drin und welche schmecken besonders gut? Die Stiftung Warentest hat insgesamt 23 Streichfette untersucht, die alle Butter und Rapsöl enthalten.

Butter ist nicht ungesund, hat aber einen Nachteil

Butter war eine Zeit lang als Cholesterinbombe verschrien. Deshalb kam bei manchen nur Margarine aufs Brot. Denn die galt wegen ihrer vielen ungesättigten Fettsäuren als gesünder. Die gesättigten Fette aus der Kuh sollten hingegen das Risiko für Diabetes und Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen erhöhen. Mittlerweile gilt Butter als rehabilitiert. Grundsätzlich sollte aber beim Fettkonsum das Verhältnis von Omega-3-Säuren und Omega-6-Säuren hinhauen, die vor allem im Rapsöl enthalten sind. Sie wirken sich positiv auf die Herzgesundheit aus.

Die Butter hat allerdings einen entscheidenden Nachteil: Wenn sie frisch aus dem Kühlschrank und entsprechend kalt auf dem Brot verstrichen werden soll, kommt es nicht selten zu Kollateralschäden. Das Brot bröckelt, das Knäcke kracht, wie die Stiftung Warentest die Problematik so schön zusammenfasst. Deshalb haben sich die Tester einmal angeschaut, was die Streichfette taugen, die Butter mit Rapsöl kombinieren. Erstere soll für den buttrig-sahnigen Geschmack sorgen, letzteres für Streichfähigkeit und Gesundheit. Eben auch im kalten Zustand.

„Die Streichzarte" liegt ganz vorne

Das Ergebnis ist erfreulich. 14 von 23 Streichfetten sind "gut" und viele davon sind für wenig Geld zum Preis von 1,29 Euro pro 250-Gramm-Becher zu haben. Vier sind jedoch nur ausreichend. Zwei davon enthalten mehr umstrittenes Palmfett als Rapsöl und Milchfett zusammen und wiesen außerdem noch erhöhte Schadstoffwerte in Form von 3-MCPD-Estern auf. Diese entstehen beim Raffinieren von Fetten und Ölen und gelten in sehr hohen Dosen als möglicherweise krebserregend ("Rama mit Butter" und "Botterram").

Im Test vorn liegen "Die Streichzarte" von Weihenstephan für 1,59 Euro pro 250 Gramm ("gut", Gesamtnote 1,8). Dicht gefolgt von "Kærgården - das Original" von Arla ("gut", 2,0; 2,19 Euro).  Aber auch bei der "Streichzart" von Meggle darf zugegriffen werden ("gut", 2,1; 1,89 Euro). Alle drei können vor allem auch bei der Sensorik (Aussehen, Textur, Geruch und Geschmack) punkten und erhalten an dieser Stelle ein "sehr gut".

Günstiger aber immer noch "gut" sind die Schmierstoffe "Milfina Streichfein" und "Ja Streichfein" von Aldi Süd beziehungsweise Rewe (beide Note 2,2; 1,29 Euro).