Gesunde Zellen sollen dem Körper helfen

Stammzelltherapie: Wie die Behandlung funktioniert und wo sie eingesetzt werden kann

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10. September 2019 - 17:50 Uhr

Neue Hoffnung durch Stammzellen

Wie der Name schon verrät, werden bei der Stammzelltherapie Stammzellen zur Behandlung eingesetzt. Aber wie genau funktioniert die Therapie? Dr. med. Christoph Specht, Arzt für Präventionsmedizin, erklärt, wann diese Behandlungsmethode angewandt wird.

Was ist eine Stammzelltherapie?

Stammzellen befinden sich überwiegend im Knochenmark, im Blut, im Gehirn, in der Leber, im Fettgewebe und in den Muskeln. Sie können sich selbst immer wieder erneuern und weitere Stammzellen hervorbringen. Des Weiteren können sie sich spezialisieren, das heißt, sie übernehmen eine bestimmte Aufgabe im Blut, in der Haut oder in den Muskeln.

Bei einer Stammzelltherapie werden eigene Stammzellen oder die eines Spenders genutzt, um beschädigte Zellen oder Gewebe von Patienten zu ersetzen oder zu reparieren. Über das Blut oder direkt auf das beschädigte Gewebe können die Stammzellen transplantiert oder per Infusion einsetzt werden.

Bei diesen Krankheiten sollen gesunde Zellen helfen

Dr. Specht erklärt, dass die "Stammzelltherapie heftig diskutiert wird, aber im klinischen Alltag wenig Anwendungen findet". Bisher gibt es drei große Bereiche, in denen mit dieser Therapieart gearbeitet wird. Die erste Anwendung ist die Blutzellenspende wie bei der Therapie von Leukämie. Im erkrankten Patienten werden falsche Blutzellen angelegt, eine Stammzelltransplantation aus dem Knochenmark kann in diesem Fall dann helfen. 
Ein weiterer Bereich sind Hautverbrennungen. Hier regen eingesetzte Stammzellen der Haut die Hautproduktion im Bereich der Verbrennungen wieder an. "Relativ neu ist die Anwendung bei Augenschäden", so Dr. Specht zum dritten Bereich, bei dem die Therapie infrage kommt. So können auch Stammzellen aus dem Auge Schäden reparieren.

Der Einsatz von Stammzellen bei weiteren Erkrankungen wird zurzeit noch intensiv erforscht. Laut Dr. Specht werden Studien in den Bereichen Herz-Kreislaufkrankheiten, neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Querschnittslähmung und Multiple Sklerose vorangetrieben. Bei Herzinfarkten beispielsweise sollen Stammzellen das kaputte Herz reparieren. Dazu werden Stammzellen aus dem Knochenmark des jeweiligen Patienten entnommen, große Erfolge konnten bisher jedoch noch nicht verbucht werden. Hier steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen.