Spektakuläre Aufnahmen aus Aceredo

Hier taucht ein Geisterdorf aus dem Wasser auf

27. November 2021 - 12:52 Uhr

Spanisches Dorf Aceredo wurde 1992 überflutet

Als ein Wasserkraftwerk 1992 seine Schleusen dicht machte, überflutete der Fluss Limia das spanische Dorf Aceredo (Region Galicien). Die Bewohner wurden gemeinsam mit denen umliegender Dörfer umgesiedelt. Heute liegen die Gebäude, aus denen Aceredo bestand, auf dem Grund eines Sees. Doch immer, wenn das Wasser des Lindoso-Stausees niedrig steht, tauchen die Ruinen wie von Geisterhand wieder auf.

Wenn der Wasserspiegel sinkt, ist das Geisterdorf zu sehen

Menschen aus fünf Dörfern in der Provinz Ourense im Norden Spaniens kämpften vor 30 Jahren gegen die drohende Vertreibung, wie das Portal "Metro" berichtet – vergeblich. Sie mussten dem Staudamm Platz machen und ihre Heimat verlassen. Hintergrund war ein Abkommen zwischen Spanien und Portugal, ihre Grenzflüsse zum Bau des Lindoso-Staudamms zu nutzen.

Knapp drei Jahrzehnte später sind fast alle Dörfer vom Wasser des Kraftwerks weggespült worden. Nur Aceredo wehrt sich bis heute – wenn der Wasserspiegel sinkt, beginnt für Anwohner und Touristen ein faszinierendes Schauspiel.

Dorfbrunnen von Aceredo ist noch intakt

Am Montag war es wieder so weit: Große Teile Aceredos tauchten auf, und Menschen erkundeten die Überreste des versunkenen Dorfes. Aufnahmen zeigen, dass viele Gebäude erhalten geblieben, aber viele der Dächer eingestürzt sind.

Straßen und Wege sind noch zu erkennen, man sieht verrostete Autos und persönliche Gegenstände der früheren Bewohner. Sogar der Dorfbrunnen ist noch intakt – auch wenn ihn seit fast 30 Jahren niemand mehr benötigt. (bst)