Bürger in Angst vor dem Winter

Entlastung für Bürger: So viel Geld bringt die Mehrwertsteuersenkung auf Gas

Riva, Trentino, Italy - 15 August 2022: Gas meter from a residential building outdoors. Male hand holding 50 euro bills in front of gas meter and pipe, symbolic image rising cost of electricity, gas and energy *** Gaszähler von einem Wohnhaus im Frei
Die Gaspreise steigen und steigen. Zumindest die Mehrwertsteuer soll jetzt sinken. (Symbolfoto)
cq, action press, ActionPress

Beim Blick auf die Gaspreise wird vielen Verbrauchern in Deutschland Angst und Bange: Denn zum ohnehin hohen Preis kommt ab Herbst auch noch die Gas-Umlage. Um den Bürgern da zu helfen, hat die Ampel jetzt beschlossen, die Mehrwertsteuer auf Gas zu senken. Von 19 auf 7 Prozent. Aber reicht das aus, um die Gas-Umlage auszugleichen?

Mehrwertsteuer in Höhe von 19 oder 7 Prozent

Auf jedes Produkt in Deutschland wird Mehrwertsteuer erhoben. Entweder in Höhe von 19 oder 7 Prozent. Was in aller Regel vom Konsumenten klaglos hingenommen wird. Ungeachtet der Tatsache, dass die Steuer jedermann gleich teuer zu stehen kommt. Egal, ob reich oder arm.

Die Idee dahinter: Die Grundversorgung soll für jeden erschwinglich bleiben. Deshalb wird vom Gesetzgeber unter anderem für Grundnahrungsmittel und deren Vorprodukte ein geringerer Steuersatz, der ermäßigte in Höhe von 7 Prozent, erhoben. Bestimmte Güter des lebensnotwendigen Bedarfs sollen derart verbilligt werden. So nun auch Gas, wenn auch nur vorübergehend - bis März 2024.

Gas galt bislang nicht als lebensnotwendig

Darüber, wieso Gas bisher nicht als lebensnotwendig eingestuft wurde, obwohl es als Heizmittel von etwa der Hälfte aller Haushalte in der Bundesrepublik genutzt wird und viele regelmäßig im Winter vor dem Erfrierungstod rettet, darf gerätselt werden. Ein näherer Blick darauf, welche Produkte mit welchem Mehrwertsteuersatz belegt werden, fällt aber ohnehin verwirrend bis erheiternd aus.

Wie auch immer. Zurück zum jetzt vorübergehend vergünstigten Gasbezug. Für die unterschiedlichen Haushalte würde sich mit dem reduzierten Mehrwertsteuersatz und inklusive der ab Oktober fälligen Gasumlage auf Grundlage der Augustpreise (1. 1185 Euro, 2. 2638 Euro, 3. 4293 Euro; diese sind inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer) folgende durchschnittliche jährliche Belastung ergeben:

  • Single-Haushalt (5000 kWh Gas pro Jahr inklusive 7 Prozent Mehrwertsteuer): 1066 Euro
  • Pärchen-Haushalt (12.000 kWh Gas pro Jahr inklusive 7 Prozent Mehrwertsteuer): 2372 Euro
  • Familie (20.000 kWh Gas pro Jahr inklusive 7 Prozent Mehrwertsteuer): 3860 Euro
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Mehrwertsteuersenkung entlastet Haushalte

Der Single-Haushalt hätte im Vergleich zum vollen Mehrwertsteuersatz somit eine Ersparnis von 119, der Pärchen-Haushalt von 265 und der Familienhaushalt von 433 Euro pro Jahr. Durch den reduzierten Mehrwertsteuersatz verringert sich die Belastung aller drei Modellrechnungen um 10 Prozent. Immerhin.