Mutter teilt bewegendes Foto ihrer kleinen Sophia

So tapfer besiegte meine Tochter den Krebs

© Caters

2. Dezember 2019 - 10:58 Uhr

Sophias Blick sagt: Hilf mir, Mama, ich habe Angst!

Dieser Anblick geht jeder Mutter durch Mark und Knochen. Ein kleines Mädchen blickt angsterfüllt in die Kamera, während es für die nächste Bestrahlungs-Tortur verkabelt wird. Man spürt förmlich, wie die kleine Patientin zittert, sie geräuschlos weint, und ihr Blick sagt: Hilf mir, Mama, ich habe Angst! Kaum zu glauben, dass eine Mutter da noch auf den Auslöser drücken kann. Doch offenbar hatte Rosie Soto schon damals genau im Kopf und vor allem im Herzen, was sie einmal mit dem Foto machen würde.

Schockdiagnose Krebs

Als die kleine Sophia 14 Monate alt ist, wird bei ihr ein Neuroblastom diagnostiziert. Dabei handelt es sich um eine Krebsform, die vor allem bei Kindern vorkommt und sehr aggressiv ist. Ein bekannter Fall war der der kleinen Jessica, die im Jahr 2016 starb und deren Vater damals mit einem schockierenden Foto seiner Tochter an die Öffentlichkeit ging, um auf die Krankheit und deren Erforschung aufmerksam zu machen. Die kleine Jessica verlor den Kampf gegen den Krebs.

Die heute sechsjährige Sophia jedoch gewann ihn. Weil ihre Mutter für sie kämpfte und nicht aufgab, als ihr die Ärzte immer und immer wieder sagten, dass die Blutergüsse unter den Augen der Tochter sicher nur von harmlosen Stößen kämen, wie das bei kleinen Kindern in dem Alter nun mal so ist. Erst ein Augenspezialist erkannte die Neuroblasten hinter Sophias Augen, die die Schwellungen verursachten, und stellte die Schockdiagnose: Krebs. Gerade noch ein kleines Baby, standen Sophia jetzt Höllenqualen bevor: Unzählige Bestrahlungen, Chemotherapie, Operationen und Krankenhausaufenthalte warteten - und damit Schmerzen, Übelkeit, Ängste und Sehnsüchte: nach Mama und Papa und spielen zu dürfen.

Dann kam der Tag, an dem sie das Foto der gesunden Sophia schoss

Sophia Soto heute
Die kleine Sophia heute: ein wunderschönes Mädchen, dem man überhaupt nicht ansieht, was es schon alles durchgemacht hat.
© Caters

Während der ganzen Zeit der Therapie hatte Rosie immer eines im Sinn: Das Foto zu teilen, wenn es soweit ist. Und das ist jetzt. Denn Sophia geht es gut. Sie ist zwar nicht krebsfrei und muss immer wieder zu Kontrollen. Aber die Ärzte vermuten, dass die Sechsjährige ein ganz normales Leben führen kann und die Zellen hinter ihrem Auge keinen Stress mehr bereiten werden. Sie operativ zu entferne,n würde Sophias Gesicht entstellen. Deshalb verzichtet man vorerst darauf.

Heute ist das lebensfrohe Kind ein wunderschönes Mädchen mit langen, vollen Haaren und Wimpern. Ein Schulkind, dem man überhaupt nicht ansehen kann, welche Strapazen es in seinem kurzen Leben bereits auf sich nehmen musste.

Hinter der Veröffentlichung der Fotos verbarg sich für Rosie immer der Gedanke, den Eltern, die das gleiche durchmachen wie sie, Mut zu machen und zu zeigen, dass es sich lohnt zu kämpfen, egal an welchem Tiefpunkt man gerade ist: "Ich sage ihnen dann, dass sie niemals aufgeben sollen und stattdessen positiv bleiben und ihren Glauben behalten sollen. Wir sind so glücklich darüber, dass es Sophia so gut geht – und wir fühlen uns gesegnet, dass sie so eine Kämpferin ist." Und das ist sie auch heute noch – dank ihrer Mutter.