In den Anden wurden sie zu KannibalenÜberlebende von Flugzeugunglück betonen: "War richtig, tote Freunde zu essen"

Es sind Worte, die für Unbeteiligte schwer zu verdauen sind. Am 13. Oktober 1972 zerschellte ein Flugzeug mit 45 Menschen an Bord an einem Berghang in den Anden. Erst nach 72 Tagen konnten 16 Überlebende geborgen werden. Um nicht zu verhungern, aßen sie die Überreste ihrer toten Begleiter. Jetzt, 50 Jahre nach dem Unglück, erinnern sich die Männer an das schreckliche Unglück zurück und sagen: „Es war richtig, unsere Freunde zu essen.“
Tragisch: Erst Flugzeug-Absturz, dann riss eine Lawine weitere Menschen in den Tod
Der Flug sollte damals von Uruguay nach Chile gehen. Die Maschine mit der Nummer 571 transportierte die Amateur-Rugby-Mannschaft „Old Christian’s Club“ und einige Clubmitglieder – eigentlich hätten sie ein Spiel in der Hauptstadt Santiago de Chile absolvieren sollen. Doch es kam anders. Wegen eines groben Navigationsfehlers, Turbulenzen und schlechter Sicht krachte das Flugzeug erst mit einer Tragfläche, dann mit der anderen gegen einen Berg. Laut Berichten wurden allein bei dem Absturz 12 Menschen getötet, fünf weitere sollen bereits in der ersten Nacht gestorben sein – die Temperaturen fielen auf bis zu -40 Grad Celsius.
Schon nach 10 Tagen erfuhren die Überlebenden über ein Funkgerät an Bord, dass die Suche nach ihnen eingestellt worden war. An Nahrung blieben nur wenige Tafeln Schokolade, einige Kekse und ein paar Flaschen Wein übrig. Dann habe Roberto Canessa, ein Medizinstudent, vorgeschlagen, die Körper der Verstorbenen zu essen, damit der Rest von ihnen überleben könne. „Mein einziges Problem war, dass dies die Leichen meiner Freunde waren“, sagte er. "Ich musste später zu ihren Familien gehen, um es ihnen zu erklären."
Tragisch: Knapp eine Woche später wurde ein weiterer Teil der Gruppe durch eine Lawine getötet, die in der Nach abging.
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Ramon Sabelle: "Wir haben uns an das Fleisch gewöhnt."
Auch Ramon Sabelle überlebte das Unglück. Er beschreibt seine Erfahrungen so: „Natürlich war die Vorstellung, Menschenfleisch zu essen, schrecklich, abstoßend. Es war schwer, es in den Mund zu nehmen. Aber wir haben uns daran gewöhnt.“ Und weiter: „In gewisser Weise waren unsere Freunde einige der ersten Organspender der Welt – sie halfen, uns zu ernähren und uns am Leben zu erhalten.“ Die Männer hätten sich untereinander geschworen, sich zu essen, wenn einer sterben würde. So hätten sie sich das schlechte Gewissen nehmen wollen.
Im Gespräch mit der „Sunday Times“ anlässlich des 50. Jahrestages sagte der Überlebende Carlos Paez, es sei die Pflicht der Überlebenden, um die Welt zu reisen und ihre Geschichte zu erzählen. Überraschend: Der heute 68-Jährige hat trotz allem keine Flugangst. „Ich habe sechs Millionen Meilen mit American Airlines zurückgelegt“, sagte er.

Zwei Männer gehen auf Rettungsmission und finden einen Hirten
Nach fast zwei Monaten in den Bergen hätten die Überlebenden alle Hoffnung auf Rettung verloren, erzählten sie. Also hätten Roberto Canessa und Begleiter Fernando Parrado, sich auf den Weg gemacht, um Hilfe zu holen. Das Duo habe seine Rugbysocken mit menschlichem Fleisch gefüllt und sei langsam etwa drei Meilen den Berg hinunter geklettert. Als sie auf einen reißenden Fluss stießen, sei ihre Rettungsmission zuerst gestoppt worden. Kurz darauf hätten sie aber einen chilenischen Hirten auf der anderen Seite des Flusses entdeckt. Der Mann sei am nächsten Tag zurückgekehrt und und habe einen Stein mit Kugelschreiber und Bleistift für die Überlebenden herübergeworfen. So erklärten sie dem Mann ihre Notsituation.

Der Hirte wurde zu ihrer Rettung. Er stieg 100 Meilen auf, um die Behörden auf die Überlebenden aufmerksam zu machen. Bald darauf wurde eine mehrtägige Hubschrauberrettung durchgeführt, bei der die restlichen Überlebenden gerettet wurden. Viele von ihnen hätten die Hälfte ihres Körpergewichts verloren, so der Bericht. „Sie brachten uns ins Krankenhaus in Santiago“, sagte Sabella der „Sunday Times“. "Ich erinnere mich an die Freude dieses ersten heißen Bades." (dky)


